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Deutscher Golf Verband DGV

Golf auf dem Weg zum Breitensport?

von Klaus Pfeffermann

Auf der Jahrespressekonferenz des Deutschen Golf Verbandes (DGV) am 15. Januar 2014 wurden die Zahlen der Mitglieder (Golfspieler) und der Golfanlagen für 2013 vorgestellt. Noch kann der DGV leichte Zuwächse melden. Die Zahlen der Mitglieder und der Golfanlagen in Deutschland entwickelten sich, entgegen dem Trend in anderen Ländern der Europäischen Union, noch positiv.
2013 stieg die Mitgliederzahl gegenüber 2012 um 0.4%, auf 637.735, die Zahl der Golfplätze stieg um 0,7% auf 724 Anlagen.
Mitglieder stärkstes Bundesland ist Bayern (139.547) vor Nordrhein Westfalen (131.890), Baden Württemberg (74.340) und Niedersachsen (73.364).

Der Präsident des DGV, Hans Joachim Nothelfer, sagte bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen:
„Wir freuen uns sehr, dass die Golfanlagen in Deutschland im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen für den Golfsport gewinnen konnten. Auch wenn die Zuwachsraten rückläufig sind.“
Auf Grund der fast stagnierenden Zuwachsrate sieht Präsident Nothelfer aber auch Handlungsbedarf, neue Weichen für die Zukunft zu stellen:
„Wir sind uns der aktuellen Situation bewusst. Wir befinden uns daher im engen Kontakt mit den Golfanlagen. Wir werden uns auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereiten“.

Mit diesen Zahlen und den Erkenntnissen des DGV- Golfbarometers 2013, das wir Ihnen unter „2013 ein schwieriges Jahr für Golfanlagen“ im Dezember vorgestellt haben, ist der DGV dem Ziel Golf als Breitensport zu positionieren, nicht wirklich näher gekommen. Der Grund dafür liegt sicherlich zum einen in der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der EU, zum anderen aber auch im, für Normalbürger, immer unübersichtlicher werdenden Dschungel der Regularien im Golfsport.

Die Einführung der vorgabewirksamen 9 Löcher Turniere durch den DGV war sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Auch das Engagement, Golf im Schulsport zu fördern gehört dazu.
Aber die Einführung neuer Richtlinien für die Handicap-Verwaltung, die Golfer in zwei Gruppen einteilt, den aktiven und nicht aktiven Golfspielern, erzeugt in der Öffentlichkeit sicher eher den Eindruck: Der GOLF-Sport ist immer noch elitär.
Mir stellt sich die Frage: Sind nicht aktive Golfspieler keine aktiven Sportler im Sinne des Breitensports?

Sicher ist eine unterschiedliche Handicap-Verwaltung für Turnierspieler und Freizeitgolfer nicht grundsätzlich falsch. Aber haben die Funktionäre bei der Ausarbeitung der neuen Richtlinien wirklich auch die Auswirkungen auf Sponsoren vorgabewirksamer Turniere in den Golfclubs bedacht. Wer finanziert in Zukunft noch Turniere der Clubs, wenn eingeladene Geschäftspartner der Sponsoren (Freizeitgolfer) bei der Siegerehrung leer ausgehen?

Warum hat sich der DGV nicht mit dem österreichischen Golfverband solidarisch erklärt, der die Einführung dieser Handicap-Regel, als einziger Golfverband in Europa ablehnt. Für mich wäre dies ein wichtiger Schritt in Richtung Breitensport gewesen.
Die PR-Arbeit des DGV sollte auch den Versuch starten, bei uns in Deutschland die Bedeutung des Handicaps als „Status-Symbol „vom Sockel zu stoßen. Warum verbreiten wir nicht die Nachricht: „Das Handicap ist nur der Nachweis für die aktuelle Spielstärke des Golfers, die sich auch monatlich ändern kann“.

In sportlich erfolgreichen Ländern wie z.B. in Süd-Afrika ist es heute schon selbstverständlich, nach jeder Spielrunde auch bei Privatrunden, den gespielten Score über einen PC im Clubhaus an den Zentral-Computer des Golfverbandes zu melden. Das aktuelle Handicap wird dann monatlich verbindlich für alle Spieler im Land berechnet und den Clubs gemeldet.
Zugegeben, dieser Weg funktioniert nur, weil die Golfer dort immer ein aktuelles Handicap anstreben, das sie auch spielen können. In Süd Afrika, wie auch in den USA, ist Handicap kein Status-Symbol das, wie bei uns in Deutschland, mit Haken und Ösen verteidigt wird. Manipulierte Eingaben, die zu einem falschen Handicap führen korrigieren sich im Folge-Monat mit der Eingabe von Turnierergebnissen automatisch.

Auch die nur teilweise Einführung der Chip-Kennzeichnung im Golfausweis (Gold/Silber) führte, selbst in den Golfclubs, zu Irritationen.
Erklären Sie einem Neugolfer, warum die Höhe des Greenfees bei einigen Clubs nach der Farbe der Chips berechnet wird, obwohl diese Kennzeichnung nicht generell für alle Clubs des DGV vorgeschrieben ist!
Ein mir bekannter Club-Präsident, der gleichzeitig im Präsidium eines Landes-Golf-Verbandes Sitz und Stimme hat, bezeichnet die Einführung der Chips als großen Flop. Zur Verbreitung des Golfsports trägt dieser Aktionismus sicher nicht bei!

Nach meiner Meinung hat der DGV mit Vereinfachungen im Regelwerk sehr viel Potential zur Hand: Golfen in der Öffentlichkeit nachhaltiger als Breitensport zu Positionieren.

 

 

 

 

 

 


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