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PGA Physiotherapie:

Ein "Gesundheits-Truck" begleitet die Turniere der PGA-Tour

Wer den "Wanderzirkus European PGA-Tour" durch die Turnierlandschaft der europäischen Golfwelt begleitet oder das Szenario im Umfeld eines PGA-Turniers, hinter den Public- und VIP-Zelten, den Clubhäusern und Golfplätzen beobachten kann, dem fallen immer zwei reisebusähnliche LKW-Monster auf, die sozusagen zur Kernausstattung eines jeden European-PGA-Turniers gehören.

Das eine ist der PGA-Communication-Truck, der die Infrastruktur für die Übertragung des Turniergeschehens auf dem Platz und in die weite Welt ermöglicht und damit unter anderem das "live scoring" über das Internet. Letzteres steht auch den Besuchern von GOLFplus regelmäßig zur Verfügung.

Der andere Truck ist ein Fitness-, Physiotherapie- und Massage-Studio (Bild rechts, mit Motorroller für schnelle Einsätze), für "players only".
Er ist ausgestattet mit allem was Golfprofis hilft ihre strapazierten Muskeln funktionsfähig zu halten und ihr Wohlbefinden zu fördernd. Hierfür steht rund um die Uhr ein ganzes Team von Spezialisten bereit.

Guy Delacave (Bild links) ist der Chef dieses Teams, dem die Physiotherapeuten Kris, Jonathan und Rob, sowie ein Rheumatologe und ein Radiologe angehören.
Guy, der Belgier kennt - wie Dr. Müller-Wohlfahrt bei den Fußballern - jeden Muskel seiner Golfer.
Als Bernhard Langer vor zwei Jahren bei der Deutsche Bank SAP Open auf Gut Kaden bei Hamburg, mitten im Turnier von einem Muskelkrampf überfallen wurde, war er ebenso zur Stelle wie bei den häufigen Vor- und Nachbehandlung anderer turniergeschädigter Top-Golfer.
Auch Tiger Woods, sei jeden Tag gekommen, sagt Guy. "Für mehr Kraft machte er einen speziellen Drill mit einem Baseballschläger, und unsere Aufgabe war es, die Muskeln der rechten Schulter dafür zu stabilisieren.". Der Top-Star, nicht nur ein Talent, sondern auch ein äußerst "fleißiger Arbeiter", habe das alles sehr ernst genommen, denn Golfprofis fühlten sofort, wenn mit der Muskulatur etwas nicht stimme.
Der Physio-Truck ist seit dem Jahr 2000 ein von "Nestle" gesponserter Hightech-Lastwagen. Ein Super-Vehikel, das auf die doppelte Truckbreite ausgefahren werden kann.
Er ist ein Millionen-Gerät mit Klimaanlage und Generator, ausgestattet mit PCs, Massagebänken, Laufband, Kraftmaschinen, Messgeräten für Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffverbrauch usw. usw. (Bild rechts).

Der Physio-Truck steht von sechs Uhr morgens bis in den Abend zur Verfügung. Vor der Runde und "zum Weichmachen" nach dem letzten Putt. Jede Behandlung wird im Computer gespeichert, so kann man über Monate die "Fitnesskurven der Spieler beobachten und bewerten.

Guy Delacave macht seinen Job bei der PGA schon seit zehn Jahren. Seit dieser Zeit hat sich in der Golfszene in Sachen Fitness einiges geändert. Während in anderen Sportarten das Thema längst zum Alltag gehörte kam ein Bewusstsein für Fitness, Ausdauer- und Krafttraining beim Profi-Golf erst in den letzten Jahren verstärkt zum tragen, sagt Delacave.

Bei den Amateuren dagegen stecke dieser Erkenntnisprozess noch in den Anfängen.
 Im "Nestle-Truck" hat man sich auf die "neuen Erkenntnisse" voll eingestellt und bietet auch Nestle-Produkte in Form mineralhaltiger Getränke und allerlei Müsli-Riegel für schnelle Energieschübe zwischendurch an, die von den Golf-Pros gerne angenommen werden.
Überhaupt sei genügend Flüssigkeit während der Runde - mit den wichtigen Mineralstoffen - ein ganz wichtiger Faktor für den Erfolg eines jeden Golfers, erklärt Guy.
Er kennt inzwischen die ganze "Golferfamilie" nicht aus seinem Truck, auch bei verschiedenen Spielern hat er sich zu Hause bereits um deren Fitness gekümmert.