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Logo St.Leon RotGolf Club St. Leon-Rot:

Der Platz wo sich auch die Golfelite der Welt trifft
 
Eine Platzbeschreibung von Karl Heinz Hattemer

 

 

Es war wohl reiner Zufall, dass St. Leon-Rot als fünfhundertster Club in den Deutsche Golfverband aufgenommen wurde. Obgleich die Anlage also erst ein paar Jahre besteht, ist sie in der ganzen Welt bekannt, dank der "Deutsche Bank - SAP Open", die in der kleinen Spargelgemeinde in der Nähe von Heidelberg seit 1998 im Wechsel mit Gut Kaden ausgetragen wird.
Plätze, auf denen Tiger Woods und Bernhard Langer gespielt haben, haben die höheren Weihen. Beide waren 2002 beim European PGA-Turnier hier.
 Aber nicht nur die Nr. 1 der Weltrangliste und der deutsche Vorzeigegolfer gingen an den Abschlag, sondern nahezu alles, was in der Golfwelt Rang und Namen hat, gab sich in St. Leon-Rot die Ehre.

Zwei 18-Loch Meisterschaftsplätze (und dazu noch eine 9-Loch-Anlage für Anfänger) sind hier harmonisch in die ebene Landschaft konzipiert worden. Wenn man beide Plätze gespielt hat, kann man sich nur schwer entscheiden, welchen man als den schönsten, den interessantesten bezeichnen soll. Interessant sind beide allemal - und schwer!
Die normalen Wochenendgolfern Angst einjagende Längen gelten natürlich nur für die Championabschlage. Auch Spielerinnen und Spieler mit einem mittleren oder höheren Handicap haben von den vorderen Abschlägen durchaus Chancen, mit einem ordentlichen Score ins Clubhaus zu kommen. Die folgenden Zahlen für die 18 Löcher "Rot" liegen den normalen Damen- und Herrenabschlägen zu Grunde.

 

Der Platz Rot

Bahn 1:
Zur Eröffnung bietet ein Par 5 (471/404 m) durchaus die Möglichkeit, mit fünf Schlägen einzulochen, sofern man bei der Annäherung mit dem dritten Schlag der Bunkerlandschaft vor dem Grün aus dem Weg gehen kann.

Bahn 2:
Das kürzeste Par 4 (286/251 m) auf dem Platz. Aber Vorsicht: Präzision geht vor Länge, denn der See auf der rechten Seite verschluckt jeden unsauber getroffenen Abschlag und auch die Annäherung auf das stark ondulierte Grün verlangt viel Selbstvertrauen.

Bahn 3:
Jetzt wird es ernst ! Das Par 4 ist extrem lang (401/359 m), Bunker rechts und links bestrafen zu riskante Schläge und auch die Wellen auf dem Grün verlangen ein intensives Studium der Puttlinie.

Bahn 4:
Par 3 von 150 bzw. 135 m Länge, aber der Abschlag muss über einen See auf das relativ kleinen Grün platziert werden, will man ein Birdie angreifen.

Bahn 5:
Dieses Par 5 (483/440 m) sollten höhere Handicaper etwas defensiver angehen, denn jeder Ball, der in einem der Bunker landet, verringert die Chance für ein gutes Resultat.

Bahn 6:
Auch hier kann ein See rechts des Grüns auf diesem mittellangen Par 4 (342/298 m) Angst vor der Annäherung einflössen, aber nur dann, wenn der Abschlag zu weit rechts auf dem Fairway gelandet ist.

Bahn 7:
Auf diesem Par 4 (361/332 m) ist eine korrekte Einschätzung des eigenen Leistungsstärke von Nöten. Will man mit dem zweiten Schlag das Inselgrün in der Mitte eines Sees anspielen, muss man schon lang und gerade sein. Ansonsten ist Vorlegen die bessere Taktik.

Bahn 8:
Bei diesem Par 3 (164/142 m) ist das Grün durch mächtige Bunker verteidigt, bietet aber ansonsten keine Probleme.

Bahn 9:
Ein wunderschönes Loch. Links warten jedoch Wasser und rechts viele Bunker auf diesem nicht sehr langen (339/298 m) Par 4 auf ungenau getroffene Abschläge und auch die Annäherung auf das halbinselartig bewachte Grün ist nicht einfach. Im Halfway Haus kann man dann aber - je nachdem - auf Erfolg oder Frust der ersten neun Löcher einen Schluck nehmen und sich für die zweite Hälfte stärken.

Bahn 10:
Bei diesem Par 4 ist der Abschlag von großer Bedeutung. Will man das 328 bzw. 283 m entfernte Grün regulär erreichen, muss dieser in der Mitte landen. Dann ist der Rest nur ein Kinderspiel !

Bahn 11:
Ein nicht allzu schweres Par 5 (469/409 m), bei dem man mit dem Abschlag ruhig etwas mutiger zuschlagen kann. Nur bei der Annäherung sollte man entscheiden, ob man mit dem vierten Schlag lieber vorlegt oder riskiert, in einem der vorgelagerten Bunker zu landen.

Bahn 12:
Mit 383 bzw. 337 m und Handicap 4 ein schweres Par 4. Links wieder Wasser und rechts gefährliche Bunker, selbst die Scratchspieler haben hier ihre Probleme, das schmale Grün mit dem zweiten Schlag zu erreichen, ohne dass ihr Ball in einem der fünf Sandhindernisse landet.

Bahn 13:
Dieses Par 4 ist mit 323 bzw. 294 m recht kurz, aber auch hier muss man den Ball mit dem Abschlag erst einmal zwischen einem See und zwei Bunkern platzieren, damit man das Grün sicher erreichen und eine Birdiechance erarbeiten kann.

Bahn 14:
Endlich mal keine Probleme auf diesem kürzesten Par 3. Allerdings muss man 137 bzw. 117 m bis Grünmitte mit einem Schlag überwinden, denn davor wartet ein gefährlicher Bunker.

Bahn 15:
Ein Par 4, das für Normalgolfer mit 393 bzw. 339 m eigentlich schon ein Par 5 ist. Es ist nicht ratsam, auf diesem Dogleg nach rechts zu versuchen abzukürzen. Lieber den sicheren Weg über die Fairwaymitte wählen und erst versuchen, mit dem vierten Schlag das bunkergeschützte Grün anzugreifen. Das Loch hat immerhin Handicap 2.

Bahn 16:
Jetzt kommt ein Par 5 (469/421 m), bei dem der Abschlag darüber entscheidet, ob ein Par oder Birdie möglich ist. Schilfflächen und Biotope können zu unerwarteten Ballverlusten führen und dadurch kann die Spielbahn zu einem Frustloch werden.

Bahn 17:
Ein langes Par 3. Wer nicht sicher seinen Abschlag 187 m (Herren) bzw. 156 m (Damen) weit schlagen kann, sollte erst gar nicht versuchen, das Grün zu erreichen, denn der Bunker davor fängt alle missglückten Versuche ab. Abschlag, Chip und Putt ist auch ein Par !

Bahn 18:
Die einzige Schwierigkeit auf diesem 361 bzw. 314 m langen Par 4 besteht darin, mit dem Abschlag einen nicht allzu weit entfernten quer liegenden Graben zu überwinden. Aber nur dann ist der Rest eine Kleinigkeit, sofern man sich bis zum Grün keine schwerwiegenden Fehler leistet. Ein Birdie ist schwer, ein Par machbar, ein Bogey tolerabel und alles andere -das Halfway Haus ist nicht weit weg !


 

 

 

 

 

 

 

Super-Professionals haben bei der "Deutsche Bank -SAP Open den Platz in den letzten Jahren intensiv erlebt. Nehmen Sie sich die folgende Platzbeschreibung von St. Leon zur Hand. Auf diesem von dem englischen Architekten Dave Thomas konzipierten Platz, der ein bisschen an die Links-Courses in Schottland oder Irland erinnert, wurde das wohl bedeutendste deutsche Golfturnier ausgetragen.

Die Gastgeber charakterisieren ihre Anlage so: Man findet hier üppig ondulierte Fairways und Grüns. Hinzu kommen scheinbar allgegenwärtige Wasserflächen, die sich dem Spieler nicht nur frontal in den Weg stellen, sondern auch seitlich zu unangenehmen Wegbegleitern werden können.
Beeindruckend sind auch gigantische und kunstvoll modellierte Bunkerlandschaften, die auf allen Bahnen nicht nur die Fairways einengen, sondern auch die Grüns äußerst massiv verteidigen.
Trotz dieser Schwierigkeiten und permanenten Herausforderungen biete dieser Platz ein unvergessliches Erlebnis, auch für Bogeygolfer, resümiert das Clubmanagement. Glücklicherweise müssen Bogeygolfer aber nicht ihr Geld auf der Anlage verdienen. Um diesen jedoch die Chance zu geben, die einzelnen Löcher - theoretisch - mit den Professionals zu spielen, beziehen sich die folgenden Längenangaben ausschließlich auf die Championabschläge.

Turnierplatz der Deutsche Bank-SAP Open

Der Platz St. Leon

Bahn 1 (Par 4, 364 m):
Wer die in der Fairwaymitte gelegene Bunkerlandschaft überwunden hat, erreicht das Grün leicht mit einem mittleren oder kurzen Eisen.

Bahn 2 (Par 4, 401 m):
Der Kraichbach begleitet dieses Loch auf der gesamten Länge und die sehr tiefen Fairwaybunker und das stark ondulierte Grün sind eine erste Herausforderung auf der Runde.

Bahn 3 (Par 5, 490 m):
Keine großen Probleme. Für die Champs ist hier ein Birdie Pflicht und ein Eagle möglich.

Bahn 4 (Par 3, 193 m):
Wer zu weit rechts oder zu lang ist, landet unweigerlich in einem Gebüsch oder in einem Bunker. Schlagverlust ist dann wahrscheinlich.

Bahn 5 (Par 4, 421 m):
Das spektakulärste und wohl schönste Loch auf dem Platz.
Selbst bei einem guten Drive sind bei dem Schlag zum Grün noch 100 bis 160 m nötig, um den riesigen See auf der linken Seite zu überwinden. Auch das Grün selbst bietet dann noch die Möglichkeit für verschiedene verzwickte Fahnenpositionen.

 

 

 

 

 

 

Bahn 6 (Par 3, 183 m):
Wichtig ist, die frontalen Bunker zu überwinden, die das Grün perfekt verteidigen.

Bahn 7 (Par 5, 469 m):
Kurz und daher leicht, sollte man meinen. Wird bei der "Open" allerdings als Par 4 gespielt. Dann ist es schwer! Die Spieler versuchen entweder, mit Risiko über die rechte Baumgruppe abzukürzen, dann ist die Annäherung nur noch 150 m lang. Der sichere Weg über die Mitte verlangt dann allerdings noch einen Schlag von 180 m zum Grün. Selbst Routiniers fällt es sicher nicht leicht, das gewellte Grün regulär zu erreichen.

 

 

 

Bahn 8 (Par 4, 318 m):
Auf dieser Spielbahn gibt es mehr Wasser als Gras! Der Abschlag muss auf einer Insel landen (ist auch für Wochenendgolfer machbar). Aber dann geht es erneut über Wasser. Der riesige Bunker vor dem Grün ist ebenso furchterregend, wie das stark ondulierte Grün, auf dem Dreiputter keine Seltenheit sind.

Bahn 9 (Par 4, 436 m):
Der Drive über das Wasser bereitet kaum Probleme, dafür aber der Schlag zum nach links oben versetzten und extrem nach vorn geneigten Grün, der als Draw gespielt werden muss.

Bahn 10 (Par 4, 416 m):
Entscheidend ist hier der blinde Drive auf das stark eingebunkerte Fairway. Gelingt er, kann man sich mit einem mittleren Eisen eine Birdiechance erarbeiten.

 

Bahn 11 (Par 4, 372 m):
Auch hier erschweren in Drivelänge angelegte riesige Bunker den Abschlag. Gelingt die riskantere Variante über die rechte Bunkerlandschaft, reicht ein kurzes Eisen zum Grün. Bei einem weniger gefährlichen Schlag zwischen die vier Bunker werden die Spieler ein Eisen 8 für die Annäherung wählen, müssen sich allerdings vor dem Topfbunker unmittelbar vor dem nach vorn abfallenden Grün hüten.

Bahn 12 (Par 5, 497 m):
Wer gewinnen will, muss auf diesem scharfen Dogleg nach links abkürzen und kann dann mit einem weiteren Schlag das Grün erreichen, so dass ein Eagle möglich, aber ein Birdie Pflicht ist.

Bahn 13 (Par 3, 163 m):
Ein großer See muss mit dem Abschlag überwunden werden und der rechts vor dem Grün liegende Bunker darf nicht ins Spiel kommen. Das Putten dürfte dann nicht mehr allzu schwer sein.

Bahn 14 (Par 4, 314 m):
Der See, der sich halbmondförmig an der linken Fairwayseite entlang zieht, dürfte keinen Professional schrecken. Er wird versuchen, einen Abschlag in der Nähe des Grüns zu platzieren, um hier zumindest ein Birdie zu erreichen, vielleicht sogar mehr.

Bahn 15 (Par 4, 372 m):
Die Landezone für den Drive ist allemal breit genug. Aber dann kommt rechts ein Bunker ins Spiel, von dem behauptet wird, er sei der längste und tiefste in Deutschland. Schwer wird das Loch erst richtig, wenn die Fahne auf der rechten Seite und ganz vorn gesteckt ist.

Bahn 16 (Par 3, 176 m):
 Dieses Loch ist nicht nur wegen des großen Bunkers, der Bäume und des Roughs rechts recht kniffelig. Wer das abfallende Grün nicht mit dem ersten Schlag trifft, kann ein Par vergessen.

Bahn 17 (Par 5, 551 m):
Ein langes Loch und Bunker, wohin man blickt! Auch gute Spieler werden ihre Schwierigkeit haben, ein Birdie zu erzielen, wenn
sie mit dem dritten Schlag das große, dreistufige Grün erreicht haben. Bei Gegenwind dürften auch die Champs froh sein, ein Par zu retten.

Bahn 18 (Par 4, 405 m):
Ein tolles Abschlussloch!
Colin Montgomery und "Tiger" Woods werden es wohl nie vergessen.
Sie mussten es 2002 vier Mal spielen, ehe Woods das dramatische Stechen gewann. Auf Drivehöhe liegt rechts ein See und links verengen Bunker die Landezone des Balles.
Auch das Grün kann nur carry erreicht werden, da es nach rechts zum Wasser hin versetzt ist.
Diese Spielbahn, damals noch zum Platz "Rot" gehörend, wurde 1998 von Golfexperten als eines der "Top 500-Löcher der Welt" gekürt.

Übrigens: Der Platz hat für die Professionals eine Gesamtlänge von 6541 m, von den gelben Abschlägen für Herren sind es 6178 und von den roten für die Damen 5286 m.

 

 

Kontakt:
Golfplatz St. Leon-Rot GmbH & Co. Betriebs KG
Opelstraße 30
D-68789 St. Leon-Rot
Telefon: 06227/86 08-0, Fax: 06227/86 08-88
Internet: www.golfclub-stleon-rot.de
E-Mail:
info@golfclub-stleon-rot.de

Fotos: GC-St.Leon.Rot, mpb-press
Fairway Marketing Deutsche Bank SAP-Open

 

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