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Golfen wie Gott in Frankreich

Von deutschen Golfern kaum entdeckt:
Urlaub, Bildung und Golfen

Dass Frankreich, unser Nachbarland, von den deutschen Golfern nicht längst entdeckt wurde, ist eigentlich ein Wunder. Denn kaum ein Land verbindet kulturelle und kulinarische Höhepunkte mit gepflegten Golfplätzen in herrlicher Umgebung in so idealer Weise wie Frankreich. Dass das häufig weniger am Land liegt, als an den oft mangelhaften Französischkenntnissen unserer deutschen Golfer, sollte kein Grund sein. Unser Autor Eduard Roth versichert, dass man auch ohne große Kenntnisse der französischen Sprache zurechtkommt und begeistert sein wird von Land und Leuten und vom meist hervorragenden Zustand, französischer Golfplätze. Probieren Sie es selbst aus, es lohnt sich.

Wer aber dennoch Sprachbarrieren befürchtet, der sei auf Le ToutAge hingewiesen, über das wir ebenfalls hier bei GOLFplus berichten. Dort können Sie Französisch lernen und Golfen. 


Golf und Schlösser gibt es reichlich in Frankreich, hier "Golf d'Ardree" in der Loire.

Verbindet man die erholsame Urlaubsregion Südbretagne und das berühmte Loire-Tal als Golf-Reiseziele, so erlebt man Urlaub am Atlantik, Prunkschlösser an der Loire, die vorzügliche französische Küche und Golfplätze vom Feinsten. Das ist für reisefreudige Golfer "etwas ganz Besonderes".
Zwei Wochen braucht man, um zwischen Lorient und St. Nazaire abwechselnd im Atlantik zu baden oder auf sechs (bis maximal neun) Golfplätzen unterschiedlichster Gestaltung echtes Golfvergnügen zu erleben. Als Standquartier empfiehlt sich das Fairway-Golfhotel von St. Laurent direkt am gleichnamigen Golfplatz.

(Fairway Hotel. de Saint Laurent,
56400 Auray, T. 0033/ 97568888.

Für den zweiten Urlaubsabschnitt erreicht man in einer Tagesfahrt als neuen Ausgangspunkt das Schloßhotel Seillac im Herzen des Loiretals nordwestlich von Blois. Hier warten bis zu sechs hervorragende Plätze darauf, gespielt zu werden. Abwechselnd dazu gibt es die Möglichkeit der Besichtigung der berühmten Schlösser wie Chaumont, Chambord, Amboise, Cheverny, Chenonceau, Blois v.a.

(Domaine de Seillac,
41150 Seillac, T. 0033/ 542072
1

Bild Schloß Seilac
Auch das gibt es von Schloss Seillac aus: eine Ballonfahrt über das
vielgerühmte Loire-Tal.

 

 

 

Die bretonische Küche mit der extremen Auswahl frischer Meerestier-Gerichte, den Crepes und dem Cidre ist Gourmets ebenso bekannt wie die Spezialitäten und Weine das Loiretals.
Der Weg dahin scheint weit, aber mit dem Autoreisezug von Neu-Isenburg bis Nantes erreicht man die Mitte zwischen den beiden Standorten "im Schlafe".
Die nachstehend beschriebenen Plätze haben alle gemeinsam: freundliches Personal, samtartige Greens, in der Hochsaison gelegentlich und danach keine Wartezeiten, keine Fragen nach Ausweisen und Handicaps, geeignet für alle Spielstärken und immer neue Herausforderungen.

Alle Plätze haben die üblichen Einrichtungen wie Driving-Range, Putting-Green und Umkleideräume, manche auch 9-Löcher-Kurzplätze, und sind ganzjährig geöffnet. Die Greenfees betragen in der Hochsaison wochentags zwischen 35,- und 45,- Euro an Wocheneden bis 60,- Euro, die nominelle Auflage Hcp 35 wird nicht so streng gehandhabt.

Der Einstieg erfolgt am besten über den Platz "Saint-Laurent" direkt am Fairway-Hotel mit 18 Löchern (6112 m, PAR 72) und einem 9-Löcher-Übungsplatz. Der 1976 eröffnete Meisterschaftsplatz war bereits zweimal Austragungsort der französischen Meisterschaften. Er liegt in einer leicht welligen Parklandschaft mit einem angeblich gefürchteten, aber durchaus gut anspielbaren Inselgreen und ansonsten wenig Wasser.
Der Platz hat kaum Rough. Gelegentliches Fallobst im Herbst kann die Ballsuche erschweren.

(Golf de Saint-Laurent -Ploemel,
56400 Auray, Tel. 0033/ 975685 18).

Bild Golf de Rhuys
"Naturbelassen", eine Szene vom Links-Gelände des "Golf de Rhuys".

Ganz anders präsentiert sich der "Golf de Rhuys" auf der gleichnamigen Halbinsel, bei Kerver. Es ist einer der Links-ähnlichen Plätze der Bretagne, nur durch eine hohe Düne vom Atlantik getrennt, ist relativ eben, hat kaum Rough, aber viel Wasser und ist für Durchschnittsgolfer eine Herausforderung.

Der 1989 gebaute Meisterschaftsplatz hat eine Länge von 6197 m und PAR 72. Die Greens sind Spitze zu jeder Jahreszeit, während einige Fairways nach. längerer Trockenzeit aussehen wie die Münchner Theresienwiese nach dem Abbau der Oktoberfestzelte. Aber auch von diesem 4-mm-Trockenrasen kann man vorzüglich Bälle schlagen.
Das Clubrestaurant ähnelt einer Turnhalle. Der Service aber ist schnell und gut.

(Golf de Rhuys/Kerver,
St-Gildas-de-Rhuys, Tel. 0033/ 97453009)
.

 

Bild Golf de Baden
Immer wieder Neues bieten die Plätze der Bretagne-Küste, wie hier die skurrilen Baumruinen auf dem Platz "Golf de Baden".

Ein erholsames Spiel in reizvoller Umgebung zwischen einer Atlantikbucht und einem Hügel mit Nadelwald bietet der "Golf de Baden" südlich von Vannes. Der 1990 vollendete 18-Löcher-Meisterschaftskurs mit 6145 m (PAR 72) plus einem 9-Löcher-Übungsplatz ist ein konventioneller gepflegter Kurs mit streckenweise sehr breiten Fairways, aber erheblichen Wasserproblemen. Als einziger unter den Plätzen hat das Clubhaus kein Restaurant.

(Golf de Baden, Kernic,
56870 Baden, T. 0033/ 97571896)

Tief in einer Waldlandschaft gelegen, erweist sich der "Golf de Val-Queven" als Platz zum Relaxen. Das hügelige Gelände wird von einem Fluss durchzogen mit insgesamt drei Wasserhindernissen, aber mehreren außergewöhnlich breiten Fairways und den wohl schönsten Greens der Region.
Der 18-Löcher-Meisterschaftsplatz mit 6145 m und PAR 72 ist sehr gut geeignet, einmal ohne Hast mit aller Sorgfalt gutes Golf zu spielen. Gedränge gibt es auf diesem Platz nicht.

(Golf de Val-Queven, Keruisseau,
56530 Queven, Tel. 0033/ 97051796).


Den Höhepunkt dieser kurzen Golfreise durch die Südbretagne' sollte man sich nicht bis zum Schluss aufheben, sondern zum Abschluss ein zweites Mal spielen, den "Golf Ploemeur Océan" westlich von Lorient. Mit nur 5959 m bei PAR 72 hat der 1990 geschaffene 18-Löcher-Meisterschaftsplatz ebenso viele schöne Ausblicke wie schwierige Bahnen. Allein sieben sind von Wasser bedroht, vier Links-Bahnen direkt am Atlantik von ständigen Winden. Die satten, schnellen Greens sind eine Augenweide, die Topographie weit weniger. Dafür entschädigen die Ausblicke auf die Felsenküste und den langen Sandstrand von le Fort Bloque.

Gelbblühende Ginsterbereiche sind so schön, aber auch so tückisch wie auf dem Old Course in St. Andrews. Die Löcher von wirklichen Rebbits müssen auch dort täglich geebnet werden.
Die meisten der 500 Mitglieder stammen aus Paris. Es gibt aber bereits fünf deutsche Gastmitglieder.

(Golf Ploemeur Océan, Saint-Jude-Kerham,
56270 Plaemeur, Tel. 0033/ 97328182).

Empfehlenswerte weitere 18-Löcher-Golfplätze in etwas größerer Entfernung sind:

"Golf de 1'Odet", Clohars Fouesnant, 29118 Benodet, Tel. 0033/ 98548788.

"Golf du Bono" l' Abbatiale de Kerdreau, le Bono, 56400 Auray, Tel. 0033/ 97578400.
"Golf de la Bratesche", Domaine de la Bratesche, 44780 Missilac, Tel. 0033/ 40883003.
"Golf de la Baule", Domaine de St. Denac, 441 17 St.-André des Eaux, Tel.0033/ 40604618.

"Golfen an der Loire" sollte man beginnen mit "Golf d'Ardree" (siehe Bild oben) zehn Kilometer nördlich von Tours, und auch ein zweites Mal spielen. Es ist der romantischste Platz der Region mit einem Schloss in der Mitte, durchzogen von einem Fluss mit mehreren Buchten und in einem 140 ha großen alten Park gelegen.
Das Gelände ist leicht hügelig mit weich geschwungenen Fairways, gepflegten Greens und 18maligen optischen Überraschungen durch Blumenbeete, Biotope mit immer wieder einem Blick auf das "Märchenschloss", danach Clubhaus und nach dem Neubau jetzt unbewohnte Kulisse.
Im neuen Clubhaus mit gutem Restaurant betreut die charmante Clubmanagerin Jinous Hanafi speziell die Greenfeespieler - darunter bereits 7000 Ausländer, wenn auch wenig Deutsche - in drei Sprachen mit praktischen Tips.
Die 18 Löcher des Meisterschaftsplatzes verlangen trotz der nur 5785 m und PAR 70 sehr gutes Spiel oder einige Bälle.

(Golf d' Ardree-Tours,
37360 St. Antoine du Rocher, Tel. 0033/ 47567738).

 

Bild Schloß Cheverney
Eines der vornehmsten und innen prunkvollsten Schlösser Schloß Cheverny.

Golfen, Kunst und eine sehr gute Küche findet man 15 km südlich von Bloisim "Golf du Château de Cheverny" unmittelbar neben dem gleichnamigen Schloss gelegen, das sich seit dem sieben Jahrhunderten im Besitz der Familie Hurault/Marquis de Vibray befindet und die prunkvollste Inneneinrichtung der Region aufweist.
Der 18-Löcher-Meisterschaftsplatz mit 6272 m und PAR 71 ist tischeben, aufgelockert durch stattliche alte Bäume, umgeben von dichtem Hochwald und hat nur wenig Wasser. Die Fairways sind Durchschnitt, die Greens aber sehr gepflegt und fast durchweg onduliert.
Gebaut hat den Platz der vermögende Taiwanese Mr. Liu, der auch Clubpräsident ist, aber nur selten Europa besucht.

Das Clubhaus mit Restaurant ist einfach eingerichtet mit einem sehr guten Service. Obwohl nur sehr selten deutsche Golfer den Weg nach Cheverny finden, liegen doch zwei Deutsche an der Spitze der Platzrekorde.

(Golf du Château de Cheverny,
41700 Cheverny, Tel. 0033/ 54792470).

Der Höhepunkt des Golfspielens an der Loire ist der Platz "Les Bordes" Golf International bei Saint-Laurent-Nouan, unumstritten einer der fünf schönsten Plätze Frankreichs, viele sagen "der schönste".
Gründer dieses international berühmten 18-Löcher-Meisterschaftsplatzes mit 6412 m und PAR 72, sind der französische Baron Bich und der reiche Japaner Yoshiaki Sakurai, der nach dem Tode von Baron Bich jetzt mit über 80 Jahren als Präsident den Club leitet.
Der amerikanische Golfplatzarchitekt Robert von Hagge, der zuvor bereits 200 Plätze weltweit gebaut hatte, hat amerikanische Maßstäbe von höchster Raffinesse mit der Schönheit des Geländes in einem ursprünglichen Jagdwald zu verbinden gewusst. Wie schwer, aber auch wie beeindruckend der Platz zu spielen ist, beweist das "Wasser". Dreizehn mal ist es ein Problem, neunmal muss man direkt darüber hinweg, davon auf zwei Bahnen gleich zweimal. Aber die Qualität der Fairways, teppichartig, und vor allem der Greens, mit Rolleffekten wie auf dem Samt von Billardtischen, lassen alle Ballverluste vergessen.
Diese Originalitäten und Qualitäten haben aber auch ihren Preis. Das Greenfee kostet 150.- Euro, ein Preis der selbst für diesen Platz einfach zu hoch ist. Moderat dagegen sind die Preis für das Speisenangebot im Clubhaus, das stilvoll aus den Elementen einer alten Scheune gestaltet worden ist. Für gute deutsche Golfer ist dieser Spitzenplatz eigentlich ein "Muss". T
Fünf Bungalows mit je vier Betten bieten komfortable Übernachtungsmöglichkeiten unmittelbar neben dem Clubhaus.

("Les Bordes" Golf International,
4122 Saint-Laurent-Nouan, Tel. 0033/ 54877213).

Die gleiche Betreibergesellschaft hat nur drei Kilometer vom Platz "Les Bordes" entfernt den neuen 18-Löcher-Meisterschaftsplatz "Ganay" mit 6095 m und PAR 72 in Betrieb genommen. "Ganay" ist natur belassen, praktisch ohne Wasser und liegt in landschaftlich schönem Waldgelände. Der rustikale Platz ist eine gute Trainingsmöglichkeit für die große Herausforderung "Les Bordes". Und er ist kostengünstig: Greenfee wochentags 23,- Euro.

(Golf du Prieuréde Ganay - Bich-Sakurai SA,
41222 Samt-Laurent-Nouan, Tel.0033/ 54872624).

Auf der Rückfahrt in die Bundesrepublik empfiehlt es sich, im Golfhotel des Schlosse von Bournel bei Rougemont nördlich von Baume-les-Dames im französischen Jura abzusteigen und den dortigen Platz zu spielen. Wie die meisten Plätze liegt er etwas versteckt. Um so überraschender ist dann die Schönheit des Geländes mit dem Schloss des Marquis von Moustier als krönendem Mittelpunkt.
Der 18-Löcher-Meisterschaftsplatz von 1989 mit 5984 m und PAR 72 liegt in einem halbrunden weiträumigen Talkessel. Die ersten acht breiten Fairways ziehen sich serpentinenartig an einem Berghang entlang, den bestechend schöne Gruppen von sehr alten Atlaszedern zieren. Für die Schwierigkeiten der Schräglagen wird man aber entschädigt durch immer neue Ausblicke auf das verspielt wirkende neue Schloss, das von der gräflichen Familie bewohnt wird.
In der Talmulde werden zwei Gewässer umspielt, bis die letzten Bahnen dann auf direktem Weg wieder auf die Ausgangshöhe beim Schloss führen. Kein leichter Platz, aber ein sehr schöner. Auch der Service in dem im alten Schloss geschaffenen komfortablen Schlosshotel entschädigt für die Mühen.
Die Preise allerdings sind Ausdruck des Gebotenen auf dem Gelände, in den geschmackvollen Räumen und der Nouvelle Cuisine, Schweizer Golfer aus Zürich, Basel und Bern und zunehmend auch Deutsche wissen inzwischen den "besonderen Club" zu schätzen.

(Golf Club du Château de Bournel,
25680 Cubry, Tel. 0033/ 81860010).

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