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Friaul:

 

Lebendige Geschichte, verborgene Schätze, einzigartige Natur
 

und sieben interessante 18 Löcher Golfplätze


von Klaus Pfeffermann

Vor einigen Wochen flatterten Reise-Unterlagen über die Region FRIAUL auf meinen Schreibtisch, die meine Aufmerksamkeit weckten.  Das FRIAUL durchfahre ich doch immer auf dem Weg zur nördlichen Adria-Küste zwischen Venedig und Triest, ging es mir durch den Kopf. Die Erinnerung liegt auf Durchfahren! Meist heißt es bei der Urlaubsplanung: In München auf die Autobahn Richtung Salzburg, dann abzweigen Richtung Kärnten, durch den Tauern-Tunnel bis Villach. Weiter geht es nach Italien bis an die Küste der nördlichen Adria. Kennen gelernt habe ich bei diesen Fahrten durch die Region Friaul, im Nord-Osten von Italien, außer der Autobahn eigentlich noch nichts.
Und jetzt liegen vor mir Reise-Unterlagen, die mir sagen: “ Friaul ist eine noch, bis auf die Küstengebiete, meist unberührte Landschaft“. Mit verborgenen Kulturschätzen, mit Ausgrabungen aus der Römerzeit, mit unberührter Natur, mit einem vielfältigen Angebot an Weinen und einer Vielzahl kulinarischer Produkte aus der Region und Vielem mehr.
Im Norden die Alpen, in der Mitte eine landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaft, im Südosten die Karstlandschaft an der Grenze zu Slowenien und natürlich die sonnigen, im Hochsommer oft überfüllten Sandstrände der Adria.



Und was bietet Friaul uns Golfern?
Sieben interessante 18 Löcher Golfanlagen für jeden Geschmack, für jede Spielstärke und abgesehen von den Küsten-Plätzen, meist in unberührten Natur-Landschaften gelegen. Meine Neugier war also geweckt.
Ende April machte ich mich mit unserem Fotographen (meiner Frau) auf den Weg zu einem Kurzurlaub in die historische Region Friaul-Julisch-Venetien.

 

Hier unser Reise-Tagebuch:



29. April 2009

9,00 Uhr, Abfahrt bei strömenden Regen in München. Das Wetter wurde nicht besser: Salzburg Regen, Tauerntunnel Regen, Italienische Grenze bei Tarvisio Regen. Erst in Höhe von Udine keimt die Hoffnung auf Wetterbesserung, es wird etwas heller.

 

 

 



Beim Autobahn-Abzweig, Rechts nach Venedig - Links nach Triest, die ersten Sonnenstrahlen.
15.00 Uhr Ankunft in der Hauptstadt Triest bei „Sonnenschein“.
Check in im renovierten **** Sterne Hotel „Urban Hotel Design“ in der Stadt-Mitte, nahe der Piazza dell Unita D´Italia.
Es ist 16.00 Uhr. Wir wollen die Zeit bis zum Abend-Essen für eine Stadtbesichtigung nutzen.

Im Tourismus-Büro von turismofvg an der großen Piazza bekommen wir die Auskunft, die Stadt-Führer sind alle ausgebucht.
Also machten wir uns mit Audio-Führer und Stadtplan auf den Weg die Triester Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Auch nicht schlecht, wir hatten knapp zwei Stunden Zeit und konnten uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten selbst aussuchen.

 



Spuren der RömerEs gab viel zu bewundern, das Forum Romanum und das Amphitheater aus der Römerzeit, die Kathedrale von San Giusto, enge Gassen mit Jahrhunderten alten Häusern.
Aber auch Prunkbauten aus der Habsburger-Ungarischer Zeit, sie beherrschen die riesige Piazza dell ´Unita D´Italia mit beeindruckenden Blick auf Hafen und Meer.

Für das Abendessen wurde uns das erst im Februar eröffnete Restaurant „Chimera di Bacco“ empfohlen, in drei Minuten zu Fuß vom Hotel erreichbar.

Ein guter Tipp! Von Außen unscheinbar, man vermutet hier eher ein Bistro oder eine Trattoria, aber kein Sternelokal mit ausgezeichneter Küche und einer Weinliste mit mehr als 250 Weinen!!
Hier haben wir erstmals die hervorragenden friaulischen Weiß- und Rot-Weine schätzen gelernt und die köstlichen regionalen Spezialitäten genossen. Die Reise hat mit einem Paukenschlag begonnen!

30. April 2009

Himmel bedeckt, kühl aber trocken, ideales Wetter zum Golfen. Fahrt zum Golfplatz des GC Triest ca. 20 Min. Wie fast alle Golfplätze in Italien schlecht ausgeschildert und auch mit Navi nicht leicht zu finden.
Der erste Eindruck: einfacher, ländlicher Platz auf der Karsthochebene, nur wenige Kilometer von der Grenze nach Slowenien, entfernt. Aber, wir haben uns täuschen lassen. Der Golf-Course, nach Ende des 2. Weltkrieges vor 54 Jahren von den Alliierten gebaut, lässt eigentlich keine Wünsche offen.
Umgeben von mediterranen Pinien und Eichen sollten Sie die Spielbahnen nicht zu lässig angehen. Konzentriertes Spiel und genaue Schläge sind, auf den zum Teil engen Spielbahnen, unbedingte Voraussetzung für einen guten Score. Bezaubernde Blicke auf den Golf von Triest und auf die Küste Istriens bleiben in Erinnerung. Das Grün von Loch 17 scheint fast über dem Meer zu schweben. Langer Weg zwischen den Bahnen 16 und 17.
Die Küche des GC Triest dürfen Sie nicht versäumen. Übrigens bei den Golf-Clubs im Friaul gibt es keine Ruhetage, wie sonst in Italien meist üblich. Ganzjährig geöffnet.

Wir fahren weiter nach Spessa zum Golf & Country Club Gorizia, der sich auf den umliegenden Ländereien des Castello di Spessa befindet. Im Castello di Spessa, dessen Ursprünge auf das dreizehnte Jahrhundert zurückgeht, hat bereits Giacomo Casanova mehrere Wochen verbracht.
Von glücklichen Frauen wurde uns aber nicht berichtet.
Heute beherbergt das Castello 14 Zimmer und eine mit antiken Möbeln eingerichtete Suite. Sehenswert der alte Weinkeller. Nach dem ersten und zweiten Weltkrieg diente das Castello di Spessa als Wehrmachtsstützpunkt. Zum Ende des 2. Weltkrieges war das Castello für einige Jahre Sitz der Alliierten. In dieser Zeit wurde ein Waffenlager gebaut, über dem heute die Panorama-Terrasse des Castello, mit herrlichem Blick auf den Golfplatz, liegt.
Inzwischen wurde aus dem Waffenlager ein Weinkeller.
Weinprobe nicht vergessen!
19.00 Uhr Abfahrt zum Abend-Essen. Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir die „Trattoria La Subida“. Ein, wie sich schnell herausstellte im weiten Umkreis bekanntes, mehrfach ausgezeichnetes Speise-Lokal. Der freundliche Inhaber, Seniore Josko Sirk, produziert auch einen echten Weinessig, den L´aceto Subida. Essen war Spitze. Man spricht Deutsch.

 

 

 



1.Mai 2009

Sonniges Wetter. Golf & Country Club Gorizia, seine 18 Spielbahnen liegen, direkt neben dem Schlosshotel, in der Hügellandschaft des Collio. Leider muss der erst 5 Jahre alte Golfplatz bereits gründlich renoviert werden. Am 1.5. hat ein neues Management die Leitung des Golfclubs übernommen. Das Club-Management hat das ehrgeizige Ziel: „Bereits bis zum Herbst 2009 sollen die renovierten Spielbahnen fertig sein.“? Das Layout des Courses, einige Spielbahnen ziehen sich teilweise direkt durch die Weinberge des Collio, hat uns schon sehr beeindruckt. Mit kleinen  Einschränkungen konnten wir den Platz auch in der Renovierungszeit bespielen.

Sie sollten sich diesen Golfclub und das Ambiente des Schlosshotels nichts entgehen lassen.
Das Golf-Restaurant überzeugt durch sein reichhaltiges Angebot.

 


Nun ruft uns der „Prosciutto di San Daniele“. Abfahrt 16.00. Die Schinkenhochburg San Daniele erreichen wir nach ca. 30 Min. Fahrzeit.
Gourmets aus aller Welt können sich nicht entscheiden:
Welcher Prosciutto ist besser? Der milde Schinken aus San Daniele oder der aus Parma?
Wir hatten in der Stadtmitte im „Antico Caffè Toran“ Gelegenheit zu einer Schinken-verkostung. Mit einem Wort - wir waren begeistert!
Übernachtet haben wir auf dem Weg zum GC Udine in Flaibano im „Locanda Grani di Pepe“ einem kleinen und feinen Designer Hotel mit 7 Zimmern und einem Restaurant. Beim Lesen der Speisekarte, wir tranken noch eine Flasche Malvasia im Garten, haben wir bedauert, dass wir dem Prosciutto in San Daniele zu reichlich zugesprochen hatten. Wir hatten leider keinen Hunger und konnten, die sicher vorzügliche Küche nicht testen.

2. Mai 2009

Gott sei Dank, wieder Sonne. Der GC Udine, ein Parkland-Course der Superlative ruft zum Golfen. Die herrlichen Spielbahnen sind von jahrhunderte alten Eichen-, Buchen- und Wildkirschen-Bäumen eingerahmt. 1972 wurde der Platz als 9 Löcher Golf-Course, im Herzen der friaulischen Moränenhügel in Fagagna eröffnet. Inzwischen wurde der Course auf 18 Löcher erweitert. Der Name GC Udine erscheint uns etwas irreführend, liegt er doch nur 5 km von San Daniele, aber immerhin 18 km von Udine entfernt.
Ein anspruchsvoller, über 6000 Meter langer Course, der überlegtes Spiel verlangt. Senken und Wassergräben, die teilweise die Spielbahnen queren, Bunker und vor allem große, alte Bäume auf und neben den Fairways tauchen immer wieder als Hindernisse auf.


Nach der Runde lernten wir wieder die Freundlichkeit des Personals und die ausgezeichnete Küche eines friaulischen Golf-Clubs kennen, zu zivilen Preisen. Die Wirte einiger deutscher Golfclubs sollten als Weiterbildungs-Maßnahme einmal die Club-Restaurants im Friaul besuchen!

Auf dem Weg zum GC Castel d´Aviano fuhren wir um 16.30 nach Spilimbergo. Die Stadt, mit der weltweit bedeutendsten Mosaikschule!
Ein Besuch, der sich wirklich lohnte. Nur 35 bis 40 Schüler werden hier pro Jahr zu der 3-jährigen Ausbildung aufgenommen. Die Ergebnisse dieser Lehre sollten Sie sich selbst ansehen.
Ein Tipp, bewundern Sie auch die Mosaike des Marktplatzes von Spilimbergo.
Im Golfhotel Villa Policreti in Castel d´Aviano verbringen wir unsere letzte Nacht im Friaul.
Der Blick aus dem Fenster unseres leider etwas sehr kleinen Zimmers, das Hotel war mit einer Hochzeitsgesellschaft und den Golfgästen aus Salzburg ausgebucht, zeigte uns, der GC Castel d`Aviano hält bestimmt einige Überraschungen bereit.
 



 

3. Mai 2009

Sonniges Wetter. Der GC Castel d`Aviano wurde erst 2008 auf 18 Löcher erweitert. Die Spielbahnen der ersten Neun liegen auf dem hügeligen Gelände im Inneren des Naturparks der Villa Policreti. Die Back Nine liegen in einer Ebene mit drei Seen.
Nach meiner Meinung spielt man hier eigentlich zwei Golf-Course.
Zu Beginn und zum Ende der Runde einen Parkland-Course und dazwischen fast einige Löcher, die mehr an den Stil eines Links-Courses erinnern. Immer wieder fällt während der Runde der Blick auf die nahen Berge (Monte Cavallo) im Hintergrund und lenkt vom Spiel ab.
Die Spielbahnen der alten 9 sind von großen Bäumen umgeben, die konzentrierte Schläge fordern, die neuen Spielbahnen überraschen durch Dog-Legs und teilweise abfallende Grüns.

 

Schnell noch eine Erfrischung an Loch 19 und dann ab Richtung München.
16.15 Start. Vom GC Castel d´Aviano zur Autobahn nach Villach sind es ca. 35 Min. Fahrzeit. Uns kam kurz vor Villach die Idee, übernachten wir noch einmal, z.B. in Finkenstein am Fakersee, dann können wir morgen noch den GC Alpe Adria Golf Schloss Finkenstein kennen lernen. Den Platz erreichen Sie über die Autobahn-Ausfahrt Villach-Warmbad.
 

4. Mai 2009

Immer noch Sonne, obwohl der Wetterbericht heftige Gewitter und Regen-Schauer prognostiziert hat. Also bereits um 8.15 Uhr auf zum Golfplatz, wir sind bestimmt die Ersten. Denkste! Auf dem Platz herrscht bereits Hochbetrieb.

Die Frage im Sekretariat: „Findet heute ein Turnier statt“? wurde mit „nein“ beantwortet. Die Frage nach einer Abschlagszeit: Frühestens 12.20 Uhr.
Jetzt war guter Rat teuer, wir mussten doch noch nach München.

Die freundlichen Mitarbeiter im Sekretariat hatten eine Lösung: Wir durften auf der 10 starten, konnten aber nur 9 Löcher spielen. Eine gute Lösung, Der GC Alpe Adria Schloss Finkenstein ist jederzeit für eine Runde auf der Fahrt nach Italien zu empfehlen.
Eine Fahrtunterbrechung, zu einer Runde Golf ist auch noch in Tarvisio zu empfehlen.
Aber 2009 dauerte der Winter einfach zu lang. Auf dem Golfplatz in den Bergen am Rande Tarvisios lag vor 2 Wochen noch Schnee.

Fazit: Friaul sollte in Ihren Planungen für einen Golf-Urlaub nicht fehlen. Die 4 von uns gepielten Golf-Plätze kann ich nur empfehlen. Bei den restlichen 18 Löcher Golf-Coursen im Friaul, in den Bergen bei Tarvisio und an der Adria-Küste in Lignano und Grado werden ausnahmslos als sehr gut eingestuft.

Übrigens kennen Sie das Friaul-Julische-Venetien Green-Ticket-Angebot? Diese Green Fee Golf Card gibt es für eine Woche oder für 4 Tage. Sie können damit auf allen Golfplätzen im Friaul spielen.

Weitere Infos:
www.turismo.fvg.it
Tel: 0039 (0)432815108



Gespielte Golfplätze:

GC Castel d´Aviano, Via IV Novembre 13, 33080 Castello d´Aviano
18 Löcher, Par 72
Länge 5980 m
GreenFee: € 40.-/50.-
www.golfclubcasteldaviano.it


Golf & Country Club Gorizia, Via Spessa 7, 34070 Capriva del Friauli (Gorizia)
18 Löcher, Par 70
Länge 5540 m
GreenFee: Auf Anfrage, je nach Stand der Renovierugs-Arbeiten.
www.golfgorizia.it

GC Trieste, Localita Padriciano 80, 34012 Trieste
18 Löcher, Par 70
Länge 5810 m
GreenFee: € 52.-/62.- Ermäßigung mit Golf Fee Card: 20%
www.golfclubtrieste.net

GC Udine. Via dei Faggi 1, 33034 Fagagna
18 Löcher, Par 72
Länge 6088 m
GreenFee: € 58.-/68.-
www.golfudine.com

GC Alpe-Adria Schloss Finkenstein, Schlossrainweg 8, 9585 Gödersdorf
18 Löcher, Par 72
Länge: 6358 m
GreenFee: € 71.-/71.-
www.gcfinkenstein.at


Weitere Golf-Clubs im Friaul:

GC Grado
www.golfgrado.it

GC Lignano
www.golflignano.it

GCTarvisio
www.golftarvisio.com


Fotos: Karin Pfeffermann,
und turismofvg



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