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ARCHIV

Golfen im Olivenhain

Der italienische Süden, Apulien, überrascht mit hervorragenden Golfplätzen
 

Auf der europäischen Golfkarte wird der italienische Süden, Apulien, auch heute noch als mehr oder weniger weißer Punkt dargestellt.
Jahrelang wurde in dieser Region die Entwicklung des Golftourismus anderer südeuropäischer Länder, nicht zur Kenntnis genommen.

Während in Spanien und Portugal ein Golfplatz nach dem anderen gebaut wurde und der Tourismus boomte und das, obwohl der erste Golfkurs Süditaliens Riva dei Tessali bereits 1968 eröffnet wurde.

Doch jetzt tut sich etwas!
Am "Stiefel" Italiens sind seit Anfang des neuen Jahrtausends einige Golfanlagen entstanden, die ihre Besucher nicht enttäuschen.

Mit dem GC Riva dei Tessali und dem GC San Domenico sind zwei Plätze der europäischen Spitzenklasse darunter. Nicht ohne Grund ist 2004 die Qualifikationsschule für die europäische Damentour von Spanien und Portugal nach Apulien gezogen.

 

Klaus Pfeffermann von GOLFplus hat für Sie die Region Apulien besucht, hier seine Eindrücke:

 

Auf den ersten Blick präsentiert sich Apulien als riesiger Olivenhain. Wenn Sie auf der Autobahn A 14 Richtung Süden fahren beginnt es zwischen Pescara und Bari. Knorrige, zum Teil mehrere 100 Jahre alte Olivenbäume säumen die Strassen. Akazien- und Olivenbäume, wohin das Auge auch schaut. Schade, dass bei uns in Deutschland, das fruchtige Olivenöl dieser Region noch selten in den Regalen der Märkte zu finden ist.

Auf den zweiten Blick bietet Apulien seinen Besuchern eine Kulturlandschaft, die ihren Anfang lange vor unserer Zeitrechnung hat. Zeugnisse der griechischen und römischen Geschichte, ja selbst die Einflüsse des Staufergeschlechtes begegnen uns immer wieder. Beeindruckend, das von Friedrich dem Zweiten im 12ten Jahrhundert geplante und gebaute Castel del Monte, bei Andria.

Und dann ist da noch die 800 Km lange Küste vom Gargano (Sporn) bis nach Kalabrien. Es lohnt die Badehose im Reisegepäck zu haben. In den Sommermonaten beherrschen vorwiegend die italienischen Wassersportler das Land. Man sagte uns: “im Hochsommer finden Sie hier kein freies Bett!“ Dieser, Mitte Juni beginnende, Ansturm endet schlagartig Ende August.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends wird die Hacke Italiens, jetzt auch für die Golfer interessant. Heute schon zählt die Anlage des GC San Domenico zu den bevorzugten Adressen der Golfprominenz (Sean Connery`s Lieblingsplatz).
Die Greenfeepreise liegen samt und sonders unter dem iberischen Niveau. Auch die lästige Fairway-Zersiedlung mit Bungalows finden Sie in Süditalien nicht.
Um heute schon ernsthaft mit Spanien und Portugal konkurrieren zu können fehlt zwar noch die Masse der Plätze, aber die Italiener sind auf dem richtigen Weg.

Riva dei Tessali, die “Mutter der Golfanlagen in Apulien“ liegt ca. 40 km westlich der Hafenstadt Taranto, am Ionischen Meer. Der enge Parkland-Kurs, seit über 20 Jahren Gastgeber der European-Challange Tour, so auch im Mai 2005, stellt an Profis und Amateuren nicht zu unterschätzende Herausforderungen.
Golfgrößen wie der italienische Ex-Rydercup-Spieler Costantino Rocca, der Australier Stephan Leaney (Zweiter der US-Open) oder der Däne Thomas Björn (Sieger der Britisch-Open 2005) um nur Einige zu nennen, kommen regelmäßig, um sich hier den besten Weg durch die mächtigen Aleppo-Pinien zu suchen. Ja, Bäume prägen den Kurs und schützen ihn gleichzeitig auch vor dem oft recht starken Wind, der hier am Ionischen Meer sehr regelmäßig bläst.
Man will es nicht glauben, die Fairways liegen im dichten Pinien-Wald, obwohl es oft nur 100 – 200 Meter bis zum einzigartigen Sandstrand sind. Mildes Klima im Winter, angenehme 20 Grad im Frühjahr und Herbst sind der richtige Zeitpunkt zum Besuch des Golf-Ressort in Riva. Die Infrastruktur der Anlage stimmt, 4-Sterne-Hotel, ein Apartmenthaus, Restaurants, Bars, Minimarkt und ein breiter, langer Sandstrand, alles direkt am Golfplatz.
In den Sommermonaten Juli/August sollte man, wie gesagt, den gesamten italienischen Stiefel, den Italienern überlassen.

 

Nahe von Riva dei Tessali, in 20 km Entfernung, hat das Club-Management 2001 eine weitere 18 Löcher-Anlage errichtet: Golfclub Metaponto.
„Zwei absolut unterschiedliche Golfplätze“ erklärte mir die Vice Präsidentin, wie wahr. Der Platz in Riva eng und schwer zu spielen, der in Metaponto weitläufig und offen. Hier finden Sie breite Spielbahnen, umgeben von Orangen- und Oliven-Bäumen, auch misslungene Schläge können noch gerettet werden. Der Duft der Orangenblüten - eine bleibende Erinnerung. Und aufgepasst, der GC-Metaponto liegt nicht mehr in Apulien, sondern bereits wenige Kilometer in der Region Basilikata: „Eine politische Grenze, für das tägliche Leben absolut ohne Bedeutung“ wird uns erklärt.

Das Außergewöhnliche: Auf beiden Plätzen, also in Riva dei Tessali und Metaponto stehen an einigen ausgewählten Abschlägen Kisten mit frischen Orangen. Selbst ein Messer liegt bereit, so dass sich jeder Spieler, von Zeit zu Zeit, mit einem Vitaminstoß stärken kann!

Das Clubhaus in Metaponto lockt nach der Runde mit einer ausgezeichneten bodenständigen Küche.
Wie mir berichtet wurde, arbeitet das Management bereits an Plänen für den Bau eines Golfhotels in Metaponto, sowie an der Errichtung einer weiteren 18 Löcher-Anlage, in der näheren Umgebung.

 

Wer Riva dei Tessali / Metaponto besucht, sollte nicht versäumen die Ausgrabungen, der griechischen Ruinen von Metaponto, nahe dem Golfplatz, zu besuchen. Nur 40 km entfernt liegt die Stadt Matera. Hier lockt die Besichtigung eines, bis vor 50 Jahren noch bewohnten Höhlendorfes. Die Spuren menschlichen Siedelns in den Tuffstein-Wohnungen gehen bis ins 4.Jahrtausend v. Chr. zurück.


GC Riva dei Tessali *)
18 Löcher, Par 71
Länge: 5.947 m
Greenfee: € 47.-
Kein Ruhetag
Sehr gut gepflegte Anlage. Der Parklandkurs, mit seinen teilweise engen Spielbahnen ist auch für einstellige Golfer, kein Spaziergang. Der Reiz der Anlage liegt im finden des besten Weges durch die Pinien.


GC Metaponto *)
18 Löcher, Par 72
Länge: 6.284 m
Greenfee:€ 47.-
Kein Ruhetag
Der, Nahe den Ruinen von Metaponto gelegene, junge Platz ist bereits gut eingewachsen. Guter Pflegezustand. Weitläufige, breite Fairways. Ein Platz zum Vergessen des Riva dei Tessali Scores.

Infos:
Tel: 099 8439251
www.rivadeitessali.it

Südlich von Bari, an der Adria bei Monopoli ist die Heimat des 2000 eröffneten San Domenico GC. Die Spezialisten vom European Golf Design haben hier, ungeschützt am Meer liegend, einen Golfplatz mit zum Teil dramatisch verlaufenden Spielbahnen erbaut. Eine Golfperle!
Wie ein Teppich spielt sich das verwendete Bermuda-Gras, das trotz Hitze und Wind gut wächst. Die großen Grüns sind schnell und überraschen immer wieder mit teilweise schwer lesbaren Breaks.
Wenn der Adria-Wind bläst - wann tut er das eigentlich nicht - glaubt man einen schottischen Links zu spielen, aber natürlich garniert mit sonnigem Mittelmeer-Wetter.
Das anspruchsvolle Clubhaus passt zu diesem Platz, der zu einem der Besten in Italien gezählt werden muss.
Im Herbst 2005 eröffnet, direkt am Golfplatz, ein 3 Sterne-Golf-Hotel.
Von San Domenico sind es nur 20 Autominuten nach Alberobello. Hier gibt es ein weiteres Welt-Kulturerbe zu bewundern: Die über 1.000 Trulli-Häuser mit steingedeckten, runden Dächern, sehen aus wie Pilze. Sie sind zum größten Teil noch bewohnt. Man glaubt in Schlumpfhausen zu sein.


 

 GC San Domenico *)

18 Löcher, Par 72
Länge: 6.361 m
Greenfee: € 70.- / 90.-
Kein Ruhetag


Ein junger, anspruchsvoller Platz, - mit uralten Olivenbäumen - der selbst Profis fordert. Hervorragender Pflegezustand. Einige Spielbahnen werden durch liebevoll gestaltete Naturzonen (Kakteen, Blumen) unterbrochen. Von jedem Tee oder Grün aus sieht man das Meer.

Infos:
Tel: 080 4829200
www.masseriasandomenico.com


Am Südende Apuliens, bei Lecce haben wir den 1996 eröffneten GC Acaya besucht. Den Planern standen zum Bau der Golfanlage 120 Hektar Buschland zur Verfügung.
Heute wird das Gelände von Doglegs und großen Wasserhindernissen durchzogen. Etwas störend, besonders auf den „ersten Neun„ die vielen Buschhindernisse, die zum Teil quer zu den Spielbahnen verlaufen. Selbst ein gut geschlagener Ball verschwindet dadurch des öfteren unauffindbar im Buschland. Bei unserem Test haben wir diese Buschzonen, oft nahe dem Grün gelegen, als etwas „unfair„ empfunden! Man muss den Platz halt kennen.

Aber keine Angst vor den vielen Wasserhindernissen der „Zweiten Neun“. Mutige Spieler suchen hier, mit dem langen Eisen, den direkten Weg über das Wasser auf die relativ großen Grüns. Der Vorsichtige kann aber immer einen etwas längeren Weg ums Wasser, zum Grün finden.

Zur Golfanlage gehört ein beeindruckendes 5 Sterne-Luxus-Hotel. Vom Hotel wird, auf dem weitläufigen Gelände mit dem E-Cart, der erste Abschlag erreicht.


GC Acaya
18 Löcher, Par 72
Länge: 6.133 m
Greenfee: € 55.-
Kein Ruhetag
Offener Platz mit vielen Hindernissen. Selbst gut geschlagene Bälle verschwinden oft unauffindbar in dem, quer zum Fairway verlaufenden, 20 bis 40 Meter breiten Busch-Streifen. Rustikales Clubhaus mit gutem Service.

Infos:
Tel: 0823 861378
www.acayagolfclub.com


Nahe der Hafenstadt Bari liegt ein weiterer 18 Löcher- Platz. An der SS 100 Bari – Taronto, bei Km 17,5 finden Sie das Gelände des GC Barialto .
Wir waren überrascht vom Design des Platzes. Zum Teil breite Fairways, von Palmen, Olivenbäumen und Pinien eingerahmt. In einem weitgehend ebenen Gelände wurden einige spektakuläre Löcher eingebaut. Ein Kurs zum genießen.
Ja, wenn nur der Pflegezustand etwas besser wäre. Besonders die Grüns waren bei unserem Besuch meist in einem bedauernswerten Zustand. Schade!
Das zur Anlage geplante Kongress und Golfhotel steht leider auch nur im Rohbau. Hier scheint den Investoren das Geld ausgegangen zu sein.

Aber nun zum Positiven: Keine Wartezeiten, selbst am Pfingstsonntag ankommen, bezahlen, spielen. Ohne Hektik, ohne Eile.
Ein Lob dem Club-Restaurant.


GC Barialto
18 Löcher, Par 70
Länge: 5.615 m
Greenfee: € 40.-
Kein Ruhetag
Die Ruhe zeichnet diesen Platz aus. Einige spektakuläre Par 3 mit ca. 200 m fordern volle Aufmerksamkeit. Pflegezustand nicht optimal,

Infos:
Tel: 080 6977105
www.barialtogolfclub.it

Fazit: Auch wenn der Weg in den Süden Italiens, zum Stiefel etwas weiter ist – er lohnt sich.
Hier können Sie noch ohne Druck spielen, außer im Juli und August sind Abschlagzeiten unbekannt. Das Personal, meist noch ohne Kenntnisse der deutschen Sprache, ist sehr hilfsbereit und überaus freundlich.
Für Keller und Küche ist Apulien sowieso bekannt. Frische Meeresfrüchte fehlen bei keiner Mahlzeit.
Das Land der Olivenbäume wird auch für Golfer immer interessanter.

Sie sollten eine Flasche Olivenöl als Souvenir nicht vergessen – ein Genuss!
 


Auch auf der Anreise liegen einige schöne Golfplätze!

Die Anreise mit dem eigenen PKW. Kein  Problem. Die Autostrada geht vom Brenner bis in den tiefen Süden. Ab Pescara teilweise sogar ohne Mautgebühr.

Die Anreise mit dem Flugzeug nach Brindisi oder Bari. Shuttel-Service zu den Golfhotels wird organisiert.

Auf dem Weg in den Süden haben wir für Sie noch einige, nahe der Autobahn liegende Golfanlagen besucht.

Hier unsere Auswahl:
 

GC Paradiso del Garda
An der A4, Ausfahrt Peschiera del Garda
18 Löcher, Par 71
Länge: 5.961 m
Greenfee: € 57.- / 67.-
Kein Ruhetag
Junger, 2004 eröffneter Platz . Teilweise spektakuläres Design. Eine echte Alternative zu den anderen Gardasee-Golfplätzen. Leider bereits stark frequentiert, Abschlagzeiten erforderlich.
Mehrere Golfhotels direkt am Platz oder in unmittelbarer Nähe.

Infos:
Tel: 045 6405802
www.golfclubparadiso.it


GC Argenta *)
An der A 13, Ausfahrt Ferrara Süd
18 Löcher, Par 72
Länge: 6.300 m
Greenfee: € 35.-
Ruhetag: Dienstag
1991 eröffnet, liegt der Platz im Naturschutzgebiet des Po-Deltas. Die Spielbahnen passen sich den natürlichen Gegebenheiten des Geländes an. Ein spielenswerter Platz in ländlicher Umgebung, nur 40 Autominuten vom Meer entfernt.
Übernachtungsmöglichkeiten in Ferrara.

Infos:
Tel: 0532 852545
www.argentagolf.it


GC Modena *)

An der A 1, Ausfahrt Modena Süd
18 + 9 Löcher, Par 72 / 27
Länge: 6.423 / 976 m
Greenfee: € 45.- / 60.-
Ruhetag: Dienstag
Der von Bernhard Langer projektierte Platz gehört zu den besten Plätzen Italiens.
5 künstliche Seen erschweren das Spiel. Der Platz war bereits mehrmals Austragungsort der Italien Open. Diesen Platz sollten Sie auf keinen Fall versäumen.

Infos:
Tel:059 553482
www.modenagolf.it


 

 

GC Le Fonti *)
An der A 14, Ausfahrt Castel San Pietro Terme
18 Löcher, Par 72,Länge: 6.480 m
Greenfee: € 50.-/60.-
Ruhetag: Dienstag

Der 1999 eröffnete Platz liegt im Tal des Bergflusses Sillarno, nahe der Terme.
Anspruchsvoller Platz, in hervorragendem Pflegezustand.

Die Fairways von "Weiss" sind auch für Profis sehr lang.
Von "Gelb" lässt sich, auch für Amateure mit Genuss spielen.
 


 


GC Conero *)
An der A 14, Ausfahrt Ancona Süd
18 Löcher, Par 71
Länge: 6.000 m
Greenfee: € 40.- / 50.-
Ruhetag: Dienstag
Der unterhalb des Monte Conero gelegene Kurs strahlt Ruhe und Erholung aus. Hektik ist hier ein Fremdwort. Die in eine Hügellandschaft integrierten Spielbahnen fordern ein überlegtes, strategisches Spiel. Mancher Longhitter hat hier schon einige Bälle verloren.
Das Clubsekretariat hilft Ihnen bei der Suche nach einer Unterkunft.

Infos:
Tel: 071 7360613
www.conerogolfclub.it


GC Cerreto di Miglianico
An der A 14, Ausfahrt Pescara Süd – Francavilla
18 Löcher, Par 72
Länge: 6.184 m
Greenfee: € 26.- / 36.-
Ruhetag: Montag
Der nahe der Hafenstadt Pescara gelegene Platz hat uns sehr positiv überrascht. Interessantes Design, gute Pflege und einige lange Par 5, von Akazien- und Olivenbäumen eingesäumt. Hier sollte man unbedingt eine Runde spielen.
Einziger Kritikpunkt: Die Orientierungstafeln für die einzelnen Löcher entsprechen nicht dem Standard, den die Anlage sonst bietet.

Infos:
Tel: 0871 950566
www.miglianicogolf.it


*) Greenfee-Ermäßigung mit GOLF FEE CARD

Weitere Infos:
Italienisches Fremdenverkehrsamt E.N.I.T.
Lenbachplatz 2, 80333 München
Tel: 089 531317

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