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KENYA - Traumland, Land der Träume

Aus einem Vortrag des langjährigen ASC-Stammgastes Hans-Peter Bürgi

 

Haben Sie auch schon von weiten Stränden, faul in der Sonne liegen und Wildtieren in unmittelbarer Nähe geträumt? Wenn ja, sind Sie in Kenya am richtigen Platz. Die Ferienaktivitäten sind beinahe unbegrenzt:

  • Strandurlaub

  • Safaris

  • Fitness, und noch vieles mehr.

Sie können vom Liegestuhl aus die Affen beobachten, und wenn das noch nicht genügt, sollten Sie sich schleunigst für eine Safari anmelden.


Im Mai 2000 reiste ich zum achten Mal in dieses faszinierende Land am Indischen Ozean. Oft stellt man mir die Frage: "Was willst denn du in Kenya? Kenya ist doch ein Land für Leute die sehen und herumreisen können." All diesen Leuten gebe ich folgende Antwort: "Ich habe Kenya gut sehend, schlecht sehend (auf Safari nur mit Fernglas), und blind erlebt. Speziell auf Safari beeindruckte mich, wie die Fahrer einem alles genauestens und mit einer Ruhe, als würden sie täglich mit Sehbehinderten Safaris durchführen, erklären und beschreiben. Ich bin jedes mal wieder fasziniert von der Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Wärme, die diese Menschen ausstrahlen". Das geht an keinem spurlos vorbei, außer an denen, die nur in ein Land reisen, nur um zu Hause sagen zu können, wo sie schon überall waren. Diese "Touristen", sollten besser zu Hause im eigenen Garten bleiben. Ich kann auch die Aussage der Kenyaner: "Wer einmal Safariluft geschnuppert hat, kommt wieder Nach Kenya zurück",
nach diesen unbeschreiblichen Eindrücken nur bestätigen.


Geographisches über Kenya:

Fläche: 582 646 Quadratkilometer
Einwohner: ca. 28 Millionen
Sprache: Suaheli
Staatsform: präsidiale Republik
Erster Präsident: Mzee Jomo Kenyatta danach Daniel T. Arap Moi
Jetziger Präsident: seit 30. Dezember 2002
Mwai Kibaki
Hauptstadt: Nairobi
Wichtigste Hafenstadt: Mombasa (auf einer Insel liegend)
Höchster Berg: Mt- Kenya 5199 m. ü. M.

KLIMA

Da die Höhenunterschiede in Kenya sehr groß sind, weist es vier Klimazonen auf.

Westkenya:

Es ist das ganze Jahr ziemlich heiß und feucht. Die Niederschläge fallen meistens am frühen Abend und sind gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt.

Rift Valley und zentrales Hochland:

Dieses Klima kann man mit dem Sommerklima der Schweiz vergleichen. Im Rift Valley ist es sehr gemäßigt und am Mt. Kenya zeigt es arktische Züge. In dieser Zone fallen die meisten Niederschläge, was sich auch auf die Landwirtschaft positiv auswirkt. Die Ernteerträge sind hier am größten.

Nord- und Ostkenya:

In dieser weitläufigen Zone sind viele Landschaftsformen vertreten.

  • Die öde Lavawüste um den Lake Turkana (Rudolf-See). Die Niederschlagsmenge westlich des Sees liegt unter 255 mm, und die Temperatur kann bis über 390 C
    ansteigen..

  • Die Sandwüste am Chabli im Norden

  • Trockenes Weide- und Buschland

  • Endlose Gras- und Akaziensteppen

  • Der "Backofen" am Magadi-See mit seinen Soda-Ablagerungen. Hier kann die Temperatur wieder bis 38 C ansteigen.

Küstenzone:

Die kühlen Brisen, welche vom Meer her wehen, schwächen die Hitze der Korallenstrände. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt mehr als 70 Prozent.

Im Landesinnern trifft man eine schmale Ebene an, welche für die Landwirtschaft geeignet ist. Sie wird jäh von Dornbüschen abgelöst.


Geschichtliches über Kenya:

  • 1498 Der portugiesische Seefahrer und Entdecker "Vasco da Gama" landet in Malindi

  • 1592 Portugiesen erobern Mombasa und beginnen mit dem Bau des "Fort-Jesus"

  • 1698 Araber nehmen "Fort-Jesus" ein

  • 1720 Die geschlagenen Portugiesen verlassen für immer die Küste Kenyas

  • 1824 Erstes britisches Protektorat in Mombasa

  • 1846 Krampf und Rebmann gründen Kenyas erste Missionsstation

  • 1858 Die Forscher Burton und Speke gelangen an den Viktoriasee

  • 1884/85/86 Durch die "Berliner Konferenz" und das deutsch-britische Abkommen wird das heutige Kenya und Uganda an England zugeteilt

  • 1895 Die Kolonialzeit Ostafrikas beginnt

  • 1896 - 1902 Bau der Uganda-Eisenbahn und Gründung der Stadt Nairobi

  • 1963 Mau-Mau-Kämpfe (angezettelt durch die Kikuyus) Unabhängigkeit Kenyas,
    Erster Präsident Mzee Jomo Kenyatta

  • 1978 Jetziger Präsident Daniel T. Arap Moi.


Völker:

  • Osthamiten 3 Prozent

  • Nilotohamiten 13 Prozent

  • Niloten 15 Prozent

  • Bantuvölker 65 Prozent

  • Übrige 4 Prozent

Stämme:

Die Bevölkerung Kenyas ist sehr vielfältig. Sie besteht aus rund 40 Stämmen mit ebenso vielen
Dialekten. Die Stämme werden in drei nach Dialekten unterschiedene Gruppen aufgeteilt:

  • Bantu: Kikuyu, Luyia, Gusii, Taveta u. a.

  • Niloten: Luo, Kalinjin, Masai u. a.

  • Kuschiten: Somali; eine kleine Minderheit, die aber im Norden Kenyas ein riesiges Gebiet besiedelt

Der Kikuyu-Stamm

Der Kikuyu-Stamm stellt ca. 1/4 der Bevölkerung und ist somit auch der größte Stamm


Der Masai-Stamm

Am bekanntesten ist der Masai-Stamm und deshalb nehme ich ihn ein bisschen genauer unter die Lupe. Die Masai sind ein Hirtenvolk. Ihre Sprache ist das "Maa". Sie sind eine Mischung von nilotischen und kuschitischen Stämmen. Den Masai gehören 5 Clans an, die wiederum in Untergruppen unterteilt sind: Entstanden ist der Masai-Stamm nordwestlich des Lake Turkana. 
Später breitete er sich aus und erwarb den Ruf eines mächtigen und kämpferischen Stammes. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Stamm durch Rinderpest und Dürre stark geschwächt. Deshalb wurden 1901 und 1911 Verträge mit der Kolonialregierung abgeschlossen. Diese besagten, dass sie das Weideland in der Lai-Kipia-Ebene am Mt. Kenya verlassen mussten. Auch heute noch ziehen die Masai mit ihren Viehherden durch die Steppen südlich und westlich von Nairobi.

Dieser Stamm ist noch ziemlich weit vom modernen Kenya entfernt.

  • Er weigert sich die traditionelle "shuka", das rote Schultertuch, mit europäischer Kleidung zu tauschen .

  • Er trennt sich nicht von seinen Speeren. - Die Haare werden immer noch mit Henna (roter Farbe) gefärbt.

Da ihre Kultur noch weitgehend intakt ist, werden sie von anderen Kenyanern als rückständig betrachtet.

Wohnen

Die Masai wohnen nicht wie wir in Backsteinhäusern, sondern in Häusern, die aus dem getrockneten Kot von den Rindern erbaut werden. Einige Familien, die sich gemeinsam um ihre Herden kümmern, bilden das "enkang". Es besteht aus 10 - 20 Hütten, welche zum Schutz gegen Wildtiere von einem Dornenzaun umgeben sind. In der Nacht, treiben die Masai ihre Tiere in den Innenhof des enkangs, damit auch diese vor den Wildtieren geschützt sind. Der Kot der Tiere liefert somit über Nacht das "Baumaterial" für die vorhin erwähnten Hütten. Durch diesen Kot und die Tiere werden auch Fliegen angelockt, was für die Masai nicht unbedingt eine Plage ist, sondern, eine Art von Auszeichnung. Je mehr Fliegen ein Masai hat, desto reicher ist er. Da die Fliegen wegen den Rindern kommen, sieht man anhand ihrer Anzahl wie viele Tiere er besitzt.

Ernährung

Die Milch, welche in langen, verzierten Kürbisflaschen transportiert und aufbewahrt wird, ist das
Grundnahrungsmittel der Masai. Schafe und Ziegen sind die Hauptfleischlieferanten, da die Rinder normalerweise nur für zeremonielle Zwecke dienen. Das essen wilder Tiere (mit Ausnahme
von Elenantilopen und Büffeln) ist verboten.

Rituale

Ein Führer "olaiguenani" wird vor der Beschneidung gewählt" und führt seine Altersgruppe das ganze Leben durch die vorgeschriebenen Rituale.

  • Die Masaijungen werden erst nach der Pupertät beschnitten.

  • Den jungen Krieger "il-murran" ist es verboten, in der Hütte der Eltern Milch zu trinken, oder im "i-manyat" (Kriegersiedlung) Fleisch zu essen.

  • Durch eine spezielle Zeremonie "eunoto" werden die jüngeren Krieger in den Rang der älteren Krieger erhoben. usw.


Nairobi

Die Hauptstadt von Kenya ist Nairobi. Sie gilt als Regierungssitz und Wirtschaftsmetropole des Landes. Nairobi liegt ca. 1700 m. ü. M. Daher hat sich die Wirtschaft in diesem kühleren Hochplateau ausgebildet. Obwohl sich in dieser Stadt die Wirtschaft und die Technik etabliert haben, kann in nächster Nähe eine Safari in den Nairobi-Nationalpark gemacht werden.

NATIONALPARKS

Kenya ist ein Geheimtipp aller Safariliebhaber,. da es in diesem Land über 50 Nationalparks und
Tierreservate hat. In diesen Parks leben neben den "Big-Five": Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel und Leopard, auch noch hunderte anderer Tierarten. So z. B. Geparden, Hyänen, Gnus, verschiedene Affenarten, Antilopen, Gazellen, Giraffen, Zebras, Flusspferde, Krokodile, hunderte Vogelarten, Vögeln,
wie Flamingos, Adler, Reiher, Geier, um nur einige zu nennen.

Übrigens, wussten Sie, dass eine Giraffe pro Tag, aus Angst vor Angreifern, nur ca. 7 Minuten
schläft?

Die bekanntesten Nationalparks sind:

  • Masai-Mara Tierreservat 1571 Quadratkilometer

  • Amboseli Nationalpark 380 Quadratkilometer mit dem ASC-eigenen
    Kimana Tierreservat

  • Nairobi Nationalpark 133 Quadratkilometer

  • Meru Nationalpark, wo die bekannte Tierforscherin Joy Adams lebt und die Bücher "Die Löwin Elsa" und "Frei geboren" geschrieben hat.

Obwohl jeder dieser Parks sehr schön ist und seine Vorzüge hat, berichte ich über den Bamburi Tier- und Naturpark (Bamburi Nature Trail). Dieser angelegte "Park" ist relativ klein, aber dennoch etwas Besonderes.

Der Bamburi Nature-Trail

Vom Steinbruch zum Tropenparadies'

Im Jahre 1971, entschloss sich die Bamburi Portland Zementfabrik ihre abgebauten Kalksteinbrüche wieder aufzuforsten. Diese Aufgabe wurde dem Schweizer René Haller übergeben. Mit großem Wissen, viel Geduld und intensiver Arbeit ist es ihm in nur 20 Jahren gelungen, den Steinbruch am Küstenstreifen zwischen Mombasa und Kilifi in ein herrliches Tropenparadies zu verwandeln. Es ging nicht immer nur bergauf, sondern es gab auch immer wieder Rückschläge.
René Haller ist es gelungen alle diese Hürden zu meistern. Begonnen hat er mit Hilfe von Subventionen aus der Zementfabrik und einer handvoll Leuten (auch Hilfe durch den ASC Anm. d. Red.). Heute kann sich dieser Park selbst tragen, und die Zahl der Beschäftigten und Mitwirkenden beträgt über 350 Personen.

Das Geheimnis dieses schnellen Erfolges liegt in der Symbiose von:

  • Kasuarina-Baum und dem ca. 20 cm langen schwarzroten Tausendfüßler.

  • Der Tausendfüßler frisst abgestorbene Blätter des Kasuarina-Baumes und verwandelt sie in Naturdünger. Seine Hinterlassenschaft beschleunigt die Zersetzung der Blätter zu Humus.

In diesem Ökosystem hat jedes Tier und jede Pflanze seine Aufgabe zu erfüllen:

  • Pythonschlangen bekämpfen die Rattenplage

  • Warrane sorgen dafür, dass die Schlangen nicht überhand nehmen

  • Eulen halten die Holzschädlinge in Schach usw.

Durch dieses ökologische Gleichgewicht entstand mit der Zeit ein Tropenwald mit einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Wer hätte das gedacht, als Haller 1971 auf rein empirische Weise anfing, Samen auszustreuen? Er beschränkte sich nicht nur auf Bäume, sondern schuf auch eine Wasserkultur. Hier mussten auch einige Tücken überwunden werden, aber heute sind diese Gewässer von vielen verschiedenen Tierarten besiedelt. Besonders die vielfältigen Vogelarten bilden ein richtiges Vogelparadies. Rene Haller hat nicht nur der Natur einen guten Dienst erwiesen, sondern schuf auch den Einheimischen eine Lebensgrundlage. Dem Nationalpark sind auch angeschlossen:

  • eine Fischzucht (jährlich 25 Tonnen Tilapia-Fische)

  • eine Krokodilzucht

  • eine Bananenplantage

  • ein Reisfeld (jährlich werden 24 Tonnen Reis in traditioneller Handarbeit angebaut).

Nachwort

Ich hoffe ich habe Ihnen Kenya nun ein wenig näher gebracht und wer weiß vielleicht treffen wir uns einmal an einem Pool oder auf einer Safari in Kenya. Es ist doch immer ein Erlebnis und eine neue Erfahrung, sich mit einem anderen Land und einer anderen Kultur vertraut zu machen. Es kann helfen andere Länder, Völker und Sitten kennen und verstehen zu lernen.

Quelle: www.african-safari-club.net/Deutsch/Jambo/jambo_kenya.htm

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