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US OPEN:

Champion „Bryson DeChambeau“ findet neue Wege zum Sieg


Bryson DeChambeau/ Foto by Getty Imageskpf/ Hat der US Open Champion Bryson DeChambeau mit seiner Spieltaktik auf dem Golfcourse Winged Foot Golf Club Golf-Geschichte geschrieben?
Im Vorfeld der US OPEN 2020 wurde in den Medien viel über den heiligen Rasen des Privatclubs nördlich von New York geschrieben. Von seinen engen Fairways und vom fast schon tödlichen Rough. Alle Experten waren sich einig, wer hier erfolgreich sein will muss präzise spielen und versuchen auf jeden Fall die Roughs zu meiden. Bryson DeChambeau aus Kalifornien gelang es diese Ankündigungen zu widerlegen!


Der US Golfer, mit dem liebevollen Spitznamen „Verrückter Professor des Golfsports“ nutzte die turnierfreien Corona-Monate fleißig, sein Spiel weiter zu entwickeln. Ihm wurde schnell klar, zukünftig kann die Schlag-Länge beim Abschlag zum A und O beim Kampf um die Podestplätze werden. Zur Steigerung seiner Schwunggeschwindigkeit und zur Erhöhung des Ballspeeds trainierte er eisern. Nach eigener Aussage hat er durch Krafttraining und Ernährungsumstellung seine Muskelmasse in den vergangenen Monaten um 20-25 kg erhöht.

Vor dem Start bei den US Open 2020 überraschte Dechambeau die Fachwelt mit der in vielen Augen, gewagten Aussage: „Ich sehe keinen Grund, in Winged Foot nicht immer Vollgas zu geben“!  Er hatte sich am Reißbrett ein Spiel-Konzept ausgedacht, das inzwischen in den USA den Namen bekommen:

„Bomb and gouge“
Darunter versteht man: „Beim Abschlag voll draufhauen und dann mit einem kurzen Eisen den Ball, egal von wo, in Richtung Grün pressen“

Der erstmalige Major-Sieger erläuterte seinen Erfolg Sieg mit den Worten:

„Wenn der Ball so weit als möglich fliegt, wie er es normalerweise tut, dann fühle ich mich wohl, auch im Rough, weil ich dann das Grün mit einem Wedge oder einem kurzen Eisen, erreichen kann. Das macht das Rough weniger bedrohlich.“
Bryson benutzt für den Angriff aufs Grün nur Eisen oder Wedge, die gleich lang sind (95,3 cm) mit einem identischen Lie und Bounce! Nur der Loft macht den Unterschied der Schläger aus.
Um mehr Länge zu bekommen plant der Champion in naher Zukunft mit einem 48 Inch-Driver an den Start zu gehen.

Ist „Bomb and gouge“ eine Spieltaktik für die Zukunft?

Die Reaktion der Kollege nach dem Sieg: “Er spielte unglaublich“!

Xander Schauffele:
„Alle sagten es ginge nur darum die Fairways zu treffen“, er schlug einen anderen Weg ein: „ihm geht es darum, den Ball auf die richtige Seite und so weit wie möglich zu schlagen, um nur noch mit einem Eisen oder Wedge aus dem Rough spielen zu können. Er spielte unglaublich“.

Rory Mcilroy:
Auf die Frage, ob er gedacht hat, dass man mit so wenig getroffenen Fairways die US Open gewinnen kann?
„Keine Chance. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Denn das ist so ziemlich das Gegenteil, was ein US OPEN Champion eigentlich tun sollte. Es ist hart, das in meinen Kopf rein zu bekommen!“

Bei den US OPEN ging es dem Sieger darum nicht nur den Ball möglichst weit zu schlagen, sondern auch darum die günstigste Seite mit dem besten Weg zum Grün zu finden. Für Dechambeau ist Länge nur das Mittel zum Zweck, um in die Lage zu kommen, kontrolliert chippen und putten zu können. Wenn nur die Länge allein entscheiden würde, würden in Zukunft fast nur noch Longhitter um die Plätze auf dem Treppchen kämpfen.

Statistik:

  • Dechambeau war mit 293 Meter nicht einmal unter den 15 längsten Spielern der Woche.

  • Der US Open Champion traf nur 41.07 Prozent der Fairways – Rang 26

  • Nur ein Spieler beendete die US Open mit einen Score unter Platzstandard 6 unter, der Sieger.

Noch Fragen?

Mein Fazit:

Noch einmal, das Konzept präzise zu spielen, möglichst die Fairways zu treffen, Rough zu meiden, bleibt für uns Golf-Amateure die eine Drive-Länge von 100 bis 200 Meter haben, weiterhin das Maß aller Dinge. Da ändert sich nichts.
Anders bei den Tour-Spielern. Zahl der Profi-Golfer die es mit Bomb and gouge versuchen aufs Treppchen zu kommen wird steigen. Insgesamt werden die Golfturniere der Spitzen-Golfer für die Zuschauer, besonders für die TV-Zuschauer, interessanter. Diesen Trend zu unterstützen, könnte nach meiner Meinung, im Interesse des Golfsports sein.
Dank an „Golf Professor“ Bryson DeChambeau für seine Ideen, die er sich am Reißbrett ausgedacht und im Turnier knallhart bis zum Major-Champion umgesetzt hat.

Text: Klaus Pfeffermann,
Foto:
by Getty Images)