Ferienwohnungen unter Druck: Was Kataloniens Kurs für Golfreisende bedeutet

Ferienwohnungen unter Druck

Golf & Reisen

Katalonien verschärft seinen Kurs gegen touristische Kurzzeitvermietungen – und ein aktueller Fall vor dem Europäischen Gerichtshof wirft zugleich die Frage auf, wie weit Behörden bei solchen Eingriffen überhaupt gehen dürfen. Für Golfer, die Spanien individuell bereisen und statt Hotel lieber Apartment, Villa oder Ferienwohnung buchen, könnte das Thema schon bald ganz praktische Folgen haben.

Was auf den ersten Blick wie ein rein wohnungspolitischer Streit wirkt, betrifft auch den Golftourismus. Denn gerade in beliebten Golfregionen rund um Barcelona, an der Costa Brava oder an der Costa Daurada gehören Ferienwohnungen seit Jahren zum festen Bestandteil vieler Reisekonzepte: flexibler als ein Hotel, oft günstiger für längere Aufenthalte und ideal für kleine Gruppen, Paare oder golfspielende Freunde mit eigenem Rhythmus.

Genau dieses Modell gerät in Katalonien zunehmend unter politischen Druck. Barcelona hält an seinem Plan fest, die derzeit bestehenden Touristenwohnungen bis November 2028 auslaufen zu lassen. Betroffen sind dort mehr als 10.000 Einheiten. Die Maßnahme steht im größeren Zusammenhang einer deutlich restriktiveren Regulierung touristischer Unterkünfte in der gesamten Region.

Hintergrund ist der in vielen spanischen Städten eskalierte Konflikt zwischen Wohnraummangel, steigenden Mieten und touristischer Nutzung. Die politische Argumentation: Wohnungen sollen wieder stärker dem regulären Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Kritiker halten dagegen, dass pauschale Einschränkungen den Markt verzerren und insbesondere individuelle Anbieter sowie lokale Dienstleister treffen könnten.
Spannend wird das Thema nun auch auf europäischer Ebene. In der Rechtssache C-813/24 „Smartflats“ hat ein Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs klargestellt, dass Genehmigungs- und Planungssysteme für touristische Unterkünfte nicht willkürlich, intransparent oder unverhältnismäßig sein dürfen. Regulierung müsse nachvollziehbar, objektiv und rechtssicher ausgestaltet sein. Ein endgültiges Urteil steht allerdings noch aus.

Für Golfreisende ist das mehr als juristische Theorie. Katalonien gehört zu den attraktivsten Golfregionen Spaniens, und mit dem Camiral Resort an der Costa Brava ist bereits der Ryder-Cup-Austragungsort 2031 festgelegt. Gerade in einer Region mit internationalem Anspruch stellt sich die Frage, ob eine Verknappung touristischer Unterkünfte die Attraktivität für Individualreisende beeinträchtigt.

Denn nicht jeder Golfgast sucht das klassische Resortpaket. Viele kombinieren mehrere Plätze, bleiben länger vor Ort und bevorzugen eine Ferienwohnung als flexible Basis. Fällt ein relevanter Teil dieses Angebots weg, sind steigende Preise, geringere Verfügbarkeit und eine stärkere Verlagerung hin zu Hotels und Resorts durchaus denkbar.
Noch ist offen, wie stark diese Effekte tatsächlich ausfallen werden. Ebenso unklar ist, wie weit europäische Gerichte nationale und regionale Eingriffe in den Markt künftig begrenzen werden. Klar ist jedoch: Der Konflikt zwischen Wohnraumschutz und Tourismus wird auch den Golfsport erreichen.

Fazit:

Für Golfer ist die Entwicklung in Katalonien kein Randthema. Wer künftig individuelle Golfreisen nach Spanien plant, sollte die Situation im Blick behalten. Die Frage nach der passenden Unterkunft könnte sich in den kommenden Jahren deutlich verändern – und damit auch die Art, wie Golfurlaub organisiert wird.