Platzrekord zum Auftakt: Mruzek setzt Ausrufezeichen – Amateur Schmidt überzeugt bei der German Challenge

Mit einer Platzrekordrunde hat Filip Mruzek den ersten Turniertag der German Challenge powered by VcG im Wittelsbacher Golfclub dominiert. Aus deutscher Sicht sorgte vor allem Amateur Thomas Schmidt mit einer bogeyfreien 67 für Aufsehen. Insgesamt platzierten sich fünf Deutsche unter den Top 20.

Neuburg an der Donau. Besser hätte die sechste Auflage der German Challenge powered by VcG kaum beginnen können. Bei hochsommerlichen Bedingungen erlebten die Zuschauer Spitzengolf auf höchstem Niveau – angeführt von einem überragenden Filip Mruzek. Der Tscheche spielte eine 64er-Runde (-8), stellte damit einen neuen Platzrekord im Wittelsbacher Golfclub auf und setzte sich nach dem ersten Tag an die Spitze des Feldes.
Mit acht Birdies und einer nahezu fehlerfreien Vorstellung bestätigte der 34-Jährige seine ausgezeichnete Form. Erst vor wenigen Wochen hatte Mruzek in Österreich nach mehr als 100 Anläufen seinen ersten Sieg auf der HotelPlanner Tour gefeiert. Dieser Erfolg scheint neue Kräfte freigesetzt zu haben. „Der Sieg hat mir mehr Freiheit gegeben“, sagte der Tscheche nach seiner Rekordrunde.
Nur zwei Schläge dahinter folgt mit Chris Wood ein alter Bekannter des internationalen Golfsports. Der dreimalige Sieger auf der DP World Tour und ehemalige Ryder-Cup-Spieler spielte sich mit einer 66 (-6) in eine hervorragende Ausgangsposition für die kommenden Tage.

Thomas Schmidt glänzt als bester Deutscher

Die eigentliche deutsche Geschichte des Tages schrieb jedoch Thomas Schmidt. Der 24-jährige Amateur vom GC Hösel blieb auf seiner gesamten Runde ohne Bogey und unterschrieb eine starke 67 (-5). Damit teilt er sich Rang drei und geht als bester Deutscher in den zweiten Turniertag.

Bemerkenswert ist diese Leistung vor allem deshalb, weil Schmidt erst vor wenigen Tagen bei der BMW International Open sein Debüt auf der DP World Tour gegeben hatte. Im Vergleich dazu fühlte er sich im Wittelsbacher Golfclub deutlich entspannter. Das spiegelte sich in seinem Spiel wider: kontrollierte Abschläge, disziplinisches Course Management und konsequent genutzte Birdiechancen.
Der frühere College-Spieler der Arkansas State University steht unmittelbar vor dem Wechsel ins Profilager. Sollte er seine Form konservieren können, könnte die German Challenge zu einem perfekten Abschluss seiner erfolgreichen Amateurkarriere werden.

Bräunig und Meyer ebenfalls in Schlagdistanz

Neben Schmidt präsentierten sich auch Christian Bräunig und Velten Meyer in guter Verfassung. Beide eröffneten das Turnier mit einer 68 (-4) und liegen auf dem geteilten neunten Rang.
Bräunig musste sich sein Ergebnis vor allem auf den Grüns erarbeiten. Obwohl sein langes Spiel nach eigener Einschätzung nicht optimal funktionierte, hielt ihn ein hervorragendes Putten im Rennen um die Spitzenplätze. Meyer profitierte dagegen von seiner großen Erfahrung auf dem anspruchsvollen Kurs und nutzte seine Platzkenntnis konsequent aus.
Ebenfalls aussichtsreich positionierten sich Linus Lang und Jan Schneider mit jeweils drei unter Par. Philipp Katich, Hurly Long und Anton Albers folgen bei zwei unter Par und besitzen ebenfalls gute Chancen auf den Einzug in die Finalrunden.

Wichtige Bühne für den deutschen Golfsport

Die German Challenge powered by VcG ist das einzige deutsche Turnier der HotelPlanner Tour und besitzt für den heimischen Golfsport einen hohen Stellenwert. Die zweithöchste europäische Turnierserie gilt als wichtigstes Sprungbrett zur DP World Tour und bietet deutschen Spielern die seltene Gelegenheit, sich vor heimischem Publikum mit internationaler Konkurrenz zu messen.
Entsprechend stark ist das deutsche Aufgebot. Mit Spielern wie Max Kieffer, Hurly Long, Nick Bachem, Dominic Foos oder Tiger Christensen ist die nationale Spitze nahezu vollständig vertreten. Dass nach dem ersten Tag gleich fünf Deutsche unter den besten 20 rangieren, unterstreicht die positive Entwicklung des deutschen Profigolfs.

Nach der Auftaktrunde spricht vieles für ein spannendes Wochenende. Mruzek hat mit seinem Platzrekord zwar die erste Duftmarke gesetzt, doch der Vorsprung auf die Verfolger ist gering. Bereits wenige Schläge trennen die Spitze von einer ganzen Reihe hochkarätiger Spieler. Auch Thomas Schmidt hat eindrucksvoll bewiesen, dass er das Potenzial besitzt, bis zum Ende um eine Spitzenplatzierung mitzuspielen.

Redaktion-GP-
Jürgen E. Metzger