Palmares Ocean Living & Golf, Lagos, Algarve, Portugal

Palmares ist zurück auf der Landkarte – und wie. Nach Jahren der Stille gewinnt die Destination am westlichsten Abschnitt der Algarve spürbar an Zugkraft.

 

Um Palmares war es in letzter Zeit still geworden. Das mag an seiner Randlage gelegen haben – fernab der Hotspots – oder an Managementfehlern. Seitdem die Arrow Group auch diese Destination unter ihre Fittiche gebracht hat, geht es steil aufwärts. Kein Wunder: Bis 2027 werden mehr als 200 Millionen Euro in das Projekt investiert sein. Doch der Reihe nach.

Drei Schleifen, frei kombinierbar

Seit 2011 gibt es hier die drei 9-Löcher-Schleifen Alvor, Lagos und Praia. Frank Penninks ursprüngliches Design versank zunächst in der Bedeutungslosigkeit und ist heute endgültig Geschichte. Man war gut beraten, für die komplette Renovierung eine Koryphäe der Branche zu beauftragen: Robert Trent Jones Jr.

Die Kollektion der drei Plätze lässt sich beliebig kombinieren. Links-Liebhaber werden sich dem „Praia“-Kurs zuwenden. Echte Klassiker nach schottischem Vorbild sind trotz aller Küstenplätze eine Rarität im Mittelmeerraum.

„Praia“: Links-Wolle, knüppelhafte Bahnen – und keine Ausreden

Auf „Praia“ sind alle Zweifel weggewischt: ein Gelände aus echter Links-Wolle gewebt. Knüppelhafte Bahnen, tiefe Bunker, verspielte Grüns – dazu jene baumfreie Schnörkellosigkeit und radikale Befreiung von allem dekorativen Tand, die einem die Aura von Ursprung und Unvergänglichkeit vorgaukeln. Verhaltenes Dünengewoge begleitet das Geschehen.
Vor allem die vier Löcher jenseits der Bahngleise (Nr. 20 bis 23) sind „very British“: Tatsächlich durchstreifen die Triebwagen eines milchbleichen Zuges so linkstypisch das Gelände, dass Erinnerungen an die schottische Westküste aufkommen. Leonhard Crawley hat darüber ein reizendes Epos geschrieben: „Golf by Train“ (1947) – nur dass die Temperaturen auch Ende November noch 17 Grad betragen können.

Und für das Par 3 des 26. Loches mit seinem raised green könnte auch „Royal Dornoch“ als Vorbild gedient haben.

„Alvor“ und „Lagos“: Waldpassagen als Gegengewicht

„Alvor“ und „Lagos“ bilden mit waldreichen Passagen und lebhaften Bewegungen das Gegengewicht. Beide Parcours drehen der Seeseite zunächst den Rücken, um sich aber im Finale darauf zu besinnen, dass wir uns im Weichbild des Atlantiks befinden. Fabelhafte Ausblicke auf die Meia Bay sind inkludiert.

Clubhaus, Küche, Beach House – und ein JW Marriott in Sicht

Exponiert ist die Lage des Clubhauses, das schlappe fünf Millionen Euro verschlungen hat: ein kühner Bau mit verspielten Linien, viel Glas und einer Terrasse mit Sicht auf die Bay – zum Niederknien. Entworfen vom Pulitzer-Preisträger-Büro RCR Arquitectes, wäre es keine Überraschung, wenn auch Frank Gehry seine Hand mit im Spiel gehabt hätte.
Abgehoben auch das Restaurant „Al Sud“: Küchenchef Louis Anjos darf sich seit 2024 mit einem Michelin-Stern schmücken.
Exponiert gelegen ist auch das clubeigene Hotel „Beach House“. Die nur 20 Zimmer bestechen durch ein lichtdurchflutetes Ambiente, in dem man sich auf Anhieb wohlfühlt.
Vermutlich im Jahre 2027 wird das Luxus-Hotel JW Marriott gleich neben dem 1. Tee von „Praia“ fertiggestellt sein. Dann hat Palmares endgültig gepunktet.


Tipp

Ausflug nach Tavira – in Sichtweite. Lebhafte Altstadtgassen, aber nichts deutet heute darauf hin, dass Heinrich der Seefahrer hier das Zeitalter der Entdeckungen einleitete und damit Portugals Aufstieg zur Weltmacht.

Infos: palmaresliving.com