BMW International Open 2026: Brown will die Münchner Serie brechen

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Titelverteidiger Dan Brown, Patrick Reed und Joaquín Niemann gehen mit großer Vorfreude in die 37. BMW International Open im Golfclub München Eichenried. Das Pro-Am musste wegen einer Unwetterwarnung angepasst werden.

München/Eichenried. Wenn am Golfclub München Eichenried die 37. BMW International Open beginnt, steht ein Mann besonders im Mittelpunkt: Dan Brown. Der Engländer reist als Titelverteidiger nach München – und damit mit einer Aufgabe, an der vor ihm noch jeder Champion gescheitert ist. Noch nie konnte ein amtierender Sieger der BMW International Open seinen Titel in München erfolgreich verteidigen.

Brown nahm diese Information mit Humor. Auf die Frage, ob er von dieser Münchner Serie gewusst habe, sagte er: „Nein, das habe ich nicht gewusst. Aber vielen Dank, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben. Das heißt also, ich spiele dieses Jahr um Platz zwei.“ Danach wurde er wieder ernsthafter – und lieferte den Satz, der gut über dieser Turnierwoche stehen könnte: „Serien sind dazu da, um gebrochen zu werden.“

Für Brown ist die Rückkehr nach Eichenried mehr als nur eine Titelverteidigung. Wer an einen Ort zurückkommt, an dem er bereits gewonnen hat, bringt automatisch ein anderes Gefühl mit. „Wenn man zu einem Turnier zurückkommt, bei dem man erfolgreich gespielt hat, kehrt man immer mit einem Lächeln auf den Lippen zurück“, sagte Brown. Es fühle sich an, als habe man „eine größere Chance“.

Starkes Feld in Eichenried

Die BMW International Open 2026 ist auch deshalb besonders interessant, weil neben Brown zwei weitere internationale Namen früh in München angekommen sind: Patrick Reed aus den USA und Joaquín Niemann aus Chile. Reed bringt große Erfahrung und internationale Präsenz mit, Niemann zählt zu den Spielern, die mit ihrem aggressiven, modernen Golf jederzeit ein Turnier prägen können.

Für Niemann ist es der erste Besuch in München. Der Chilene landete bereits in der Nacht zum Montag und nutzte den ersten Tag nicht für Training, sondern für die Stadt. Nach zwei langen Turnierwochen habe er bewusst etwas anderes machen wollen. München habe ihn dabei offensichtlich überzeugt: Er sprang in die Isar, genoss die Stadt und sprach von einem „fantastischen Mittag- und Abendessen mit tollen Menschen“.

Solche Sätze klingen nebensächlich, sagen aber viel über die Atmosphäre eines Turniers. Die BMW International Open lebt nicht nur von Birdies, Drives und Leaderboards, sondern auch von München, Eichenried und der besonderen Mischung aus Spitzensport, Tradition und bayerischer Turnierkultur.

Patrick Reed spürt die Geschichte des Turniers

Auch Patrick Reed hob die besondere Stimmung hervor. Ein Turnier, das seit 37 Jahren besteht, habe eine spürbare Geschichte. Diese Geschichte zeige sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei den Menschen, beim Veranstaltungsort und in der Begeisterung der Stadt.

Reed, der bereits zum dritten Mal in München ist, fühlt sich in der Stadt sichtbar wohl. Schon bei einem Spaziergang am Vortag seien Menschen auf ihn zugekommen, hätten ihn erkannt und angesprochen. Mit einem Lachen ergänzte er, dass der Fokus am Montag zwar eher auf dem „größeren Match“ gelegen habe – eine charmante Anspielung auf den Fußball –, doch auch der Golfsport hat in München in dieser Woche wieder seine Bühne.

Wetter zwingt Pro-Am zur Änderung

Vor dem sportlichen Auftakt musste BMW allerdings auf die Wetterlage reagieren. Wegen einer lokalen Unwetterwarnung für den Mittwochvormittag wurde das Pro-Am-Turnier angepasst. Statt über die volle Distanz wird es auf neun Löcher verkürzt.

Die beiden Gruppen starten nun um 13 Uhr und 16 Uhr per Kanonenstart. Das Turniergelände und das Media Center öffnen am Mittwoch um 12 Uhr. Für Zuschauer und Medien bedeutet das: späterer Start, kompakteres Programm, aber weiterhin die Gelegenheit, viele Stars des Feldes in entspannter Pro-Am-Atmosphäre zu erleben.

Brown zwischen Leichtigkeit und Anspruch

Sportlich bleibt die Frage spannend, ob Dan Brown die Münchner Titelverteidiger-Serie tatsächlich brechen kann. Seine Aussagen zeigen jedenfalls die richtige Mischung aus Humor, Gelassenheit und Selbstvertrauen. Ein Spieler, der als Titelverteidiger zurückkehrt, steht immer unter besonderer Beobachtung. Zugleich kennt Brown den Platz, die Abläufe und das Gefühl, in Eichenried erfolgreich zu sein.

Gerade das kann in einer Turnierwoche entscheidend sein. Eichenried verlangt Präzision, Geduld und gutes Kursmanagement. Wer hier zu früh zu viel erzwingen will, kann schnell aus dem Rhythmus geraten. Wer dagegen fairwaysicher spielt, die Grüns kontrolliert attackiert und mit den wechselnden Bedingungen zurechtkommt, wird Chancen bekommen.

Internationale Bühne mit Münchner Charakter

Die BMW International Open bleibt eines der wichtigsten Golfturniere in Deutschland. Sie verbindet internationales Spitzengolf mit einem Standort, der über Jahrzehnte gewachsen ist. Für deutsche Golffans ist Eichenried längst ein fester Termin im Kalender.

Mit Brown, Reed und Niemann stehen gleich zu Beginn drei Spieler im Rampenlicht, die auf ganz unterschiedliche Weise Spannung versprechen: der Titelverteidiger mit Münchner Erfolgserinnerung, der erfahrene Amerikaner mit Ryder-Cup-Profil und der Chilene, der München erstmals erlebt und sportlich jederzeit für Spektakel sorgen kann.

Damit ist die Ausgangslage für die Turnierwoche gesetzt. Die Wetterlage hat das Pro-Am verändert, aber nicht die Vorfreude. Ab jetzt zählt in Eichenried wieder das, was Golf so reizvoll macht: Form, Nerven, Platzstrategie – und manchmal auch die Chance, eine alte Serie endlich zu brechen.

Autor: Jürgen E. Metzger / GOLFplus