Monte Rei Golf & Country Club: Nicklaus’ Paukenschlag an der stillen Algarve

Algarve | Portugal

Von allen Spitzen-Golfern, die sich nach ihrer Karriere der Golfplatz-Architektur zugewandt haben, hat keiner mehr an Profil und Reputation gewonnen als Jack Nicklaus. Was es damit auf sich hat, lässt sich in Monte Rei besichtigen: ein Platz wie ein Paukenschlag – nicht für die schnelle Runde zwischendurch, sondern für besondere Tage.

Ein Kunstwerk zwischen Küste und Serra do Caldeirão

Der Monte Rei Platz, 2007 eröffnet, bescherte der bis dahin golferisch vernachlässigten östlichen Algarve quasi über Nacht neue Schlagzeilen. Keine Beliebigkeitsstudie aus der Werkstatt des zwanzigfachen Major-Champions, sondern ein blitzendes Spektakel zwischen der Küste und den Ausläufern der Serra do Caldeirão.
Manche behaupten, auf diesem abgelegenen, absolute Ruhe verströmenden Gelände seien die größten Erdbewegungen seit dem Lissaboner Beben 1755 registriert worden. Indes wird das Resultat eingelöst mit dem Anspruch einer naturnahen, das Umfeld respektierenden Spielfläche.

Seen, Bunker – und eine Landschaft in Bewegung

Selbst die fünf gleichmäßig verteilten Seen und die Kohorten der Bunker – bei 135 habe ich aufgehört, zu zählen – stützen den Eindruck: Hier wird nicht dekoriert, hier wird komponiert.
Die Bahnen springen den Besucher an, buchten sich wie Kissen, erkunden die Bergflanken, erobern Talgründe und wechseln harmonisch von einer Schräglage in die andere. Monte Rei scheint nur stürzende Linien, fliehende Perspektiven zu kennen.

Und: Der Platz hat nichts gegen Kurven und Krümmungen – ein leichter Slice war auch Nicklaus’ Markenzeichen bei langen Schlägen. Dazu Grünflächen von annähernd 600 qm, auf denen man sich verlaufen kann. Carts sind angesichts der Turbulenzen unvermeidlich.

Jede Bahn ein kleines Portrait

In dieser spannend erzählten Dramaturgie sind die Fairways isoliert voneinander ausgelegt. Jedes einzelne für sich ein genussvolles, kleines Portrait. Man begegnet ihnen wie ein Kind vorm Adventskalender und freut sich auf’s Umblättern.

Das Sahnestück: 13 bis 15

Sahnestück des Ganzen ist die Strecke der Löcher 13 bis 15. Das Grün des 13. kauert fjordartig eingebettet zwischen einem Naturteich und den ihn umgebenden Hügeln. Danach mutiert das Gewässer zu einem Fluss, der das 14., ein heroisches Par 3, begleitet, während am 15. ein weiterer See angezapft wird.

Vierzehn Tee-Shots bergab und sechs Abschläge an jedem Loch entschärfen die Prüfungen. Aber ohnehin sollte man dem Score hier wenig Aufmerksamkeit schenken.

Exklusivität ohne Hast

Alles wirkt exklusiv – vom Valet Parking bis zum Clubhaus, das scheinbar als Adelssitz daherkommt, tatsächlich aber nur für dieses Projekt gebaut wurde. Der Grill Room bietet eine schöne Tageskarte. Und ob das Fine Dining Restaurant nach dem Weggang des Chefs seinen Michelin-Stern behält, wird man sehen.

Suites, Villen, Spa

Die Unterkünfte direkt neben dem 18 Loch umfassen 24 Suiten mit Küche und Terrasse sowie 14 Villen für Familien. Die Dimensionen im Spa sind überschaubar, aber ausreichend. Gym und ein ganzjährig beheizter Außenpool sorgen für Rekreation.