Achtzehn Gänge für Gourmets
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Der Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith
Die zahlreichen Golfplätze in Kitzbühel und Umgebung bereichern die landschaftliche Wucht der Gipfelketten und inszenieren den Sommer ebenso eindrucksvoll wie den Winter. Kein Zweifel, die Region kann sportlichen Genuss auch im Sommerkleid, nicht nur im Skigewand.
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Am Außenrand von Kitzbühel, aber weit entfernt vom lautstarken Auftritt der Gamsstadt, treffen wir auf den GC Kitzbühel-Schwarzsee-Reith, ein weiteres Highlight auf Österreichs grüner Bühne. Seit der Fertigstellung durch die Gebrüder Hauser im Jahr 1989 und einigen Nachjustierungen fallen kübelweise Komplimente auf die edle Wiese.
Aber welcher technische Platzwert neben dem viel gerühmten Landschaftsbild in dieser Runde steckt, wurde Ende Mai 2026 deutlich, als die Karawane der DP World Tour hier Einzug hielt. Es waren Champions-League-Tage, wie sie Fans lieben: 32.000 Zuschauer, viel Drama, überraschende Wendungen, Spitzenqualität, die man sich auf diesem Topniveau erhofft, und ein Überraschungssieger – der Japaner Kota Kaneko.
Gewiss wird unsereins die Partie nicht mehr so erleben, wie sie für die Pros eigens hergerichtet wurde: mit kniehohem Rough, pfeilschnellen Grüns und eigens angefertigten Backtees – wunderbar die neuen Kammabschläge am 6. und 17. Loch. Aber jedermann tut gut daran, die ersten flachen 13 Löcher nicht zu unterschätzen. Sie sind weich komponiert und in den Verhältnissen von bestechender Eleganz. Parkähnlicher, alter Baumbestand indes verbietet jedwede Streuung, zahlreiche Tümpel warten auf den verirrten Ball, die präsent gesetzten Sandhindernisse tun ihr Übriges. Und wer nicht über die nötige Grundlänge verfügt, wird mit den Doglegs seine liebe Mühe haben.
Golf trifft Tiroler Bergwelt
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Mit dem steil bergab führenden kurzen 14. Loch ändert sich das Profil des Parcours. Nun trifft Golf auf die Tiroler Bergwelt. Eine Strecke von räumlicher Klarheit und befreiender Schönheit. Und mit dem langen 15. Hole erklimmt man das Revier des „Rauhen Kopfs“.
Kitzbüheler Horn, der Hahnenkamm, nördlich sogar Ausschnitte des Kaisergebirges, allesamt die Kassenschlager der Region, beherrschen das Weichbild, ohne sich aufzudrängen und ohne der Umgebung ihre ländlich-pastorale Prägung zu rauben. In diesem Abschnitt wird über Wohl und Wehe des Scores entschieden, wobei insbesondere das Par 3 des 16. Loches entscheidend sein kann. Einen abenteuerlich tiefen Tobel hat das Eisen zu klären.
Vom Abschlag blickt man der „Mausefalle“ in ihr freches Gesicht, jenem berühmten Sprung beim alljährlichen Hahnenkamm-Rennen der Abfahrtsläufer. Und so wird das Loch auch benannt. Präzise disponiert ist die Streckenführung am 17., während man ausgerechnet mit dem letzten Fairway-Schlag das Flussbett der Reither Ache zu klären hat.
Das 19. Loch gehört selbstverständlich dem lichtdurchfluteten Clubhaus, wo Matthias Wallner, wie in Österreich beinahe schon selbstverständlich, köstliche Gerichte aus seiner Fusionsküche serviert.
Als 20. Loch jedoch wird gerne der namengebende See genannt, nur einen Chip vom Club entfernt. Eines der wärmsten Gewässer der Republik darf man sich keineswegs abweisend dunkel vorstellen. Es ist ein stiller, verschwiegener Moorsee im Gürtel eines Naturschutzgebiets.
Heimelige Ländlichkeit am Schwarzsee
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Am Saum des ansonsten unbebauten Seeufers liegt auch das Partnerhotel des Clubs, das „Alpenhotel Kitzbühel am Schwarzsee“. Das Haupthaus sowie die angrenzenden Dependancen „Das Steghaus“ und „Die Lakeside Suiten“ zeigen sich von einnehmend gepflegter, heimeliger Ländlichkeit. Natürliche Materialien, hochwertige Textilien und heimische, unbehandelte Hölzer, die sich im Laufe der Zeit immer mehr der Farbe des Waldes annähern, bilden ein Gesamtkunstwerk. Das Design stammt von Firn Architekten.
Der erfahrene Direktor Peter Pöll sorgt mit einem zugewandten und aufmerksamen Team für behagliche und entspannte Stimmung im ganzen Haus. Das Sechs-Gang-Abendmenü sowie eine gesunde Nachmittagsjause sind im Pensionspreis inkludiert. Natürlich, qualitativ erstklassig und saisonal lauten die wichtigsten Grundsätze für den kulinarischen Genuss. Die Vorratskammer von Chefkoch Gebhard Rist ist die Natur; die Lieferwege sind extrem kurz.
Der hoteleigene Bio-Hofladen ist eine Schatzkammer. Hier findet man köstliche Produkte zum Mitnehmen für zu Hause. Das wunderbare Sauerteigbrot sollte man sich dabei nicht entgehen lassen. Es schmeckt auch nach zwei Wochen richtig gut und erinnert daran, dass früher die Tiroler höchstens dreimal im Jahr Brot gebacken haben.
Eine prall gefüllte Wundertüte
Auch Hunden könnte es hier gefallen. Es gibt eine spezielle Karte für Wanderungen mit den Vierbeinern, und in den Gartensuiten der „Lakeside Suiten“ können sie dank eingezäunter Bereiche frei herumtollen. Und dann habe ich noch eine „Dog Stick Library“ entdeckt: Passende Holzstäbchen für die jeweilige Rasse sind in einem Kästchen liebevoll untergebracht. So etwas habe ich selbst im hundeverrückten England noch nicht gesehen.
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Das Haus entpuppt sich bei Licht gesehen als prall gefüllte Wundertüte. Das Auspacken bleibt jedem selbst überlassen.
Anmerkung:
Das Hotel gehört zum Portfolio der Schultz-Gruppe, die auch die „Sportresidenz Zillertal“ auf dem Golfplatz in Uderns betreibt. Gleich neben dieser soll im Dezember 2026 „The Green Resort“ eröffnen, ebenfalls ein Vier-Sterne-Superior-Haus. Dann schauen wir nochmals hin.