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Mallorca - ein Urlaubsparadies nicht nur zum Golfen:

Interessante Plätze, aber saftige Greenfees


von Karl Heinz Hattemer

 

Der Direktor des Golfclubs Bendinat und langjährigen Präsident der Vereinigung sowohl der spanischen, als auch der einheimischen Golfplätze, Jorge Pando, ist fest überzeugt, dass Mallorca bald für die Golfer Europas die gleiche Bedeutung haben wird wie Florida für die Amerikaner.
Die Lage der Insel in einem klimatisch bevorzugten Teil der Mittelmeerregion, das mit dem Flugzeug in zwei Stunden erreichbare Urlaubsziel und die zahlreichen Hotels der Super- bis zur gehobenen Mittelklasse wären dafür die Voraussetzung.

Auch die touristikerfahrene Direktorin von Marriott´s Golf Son Anthem, Ann Whitelaw, meint, dass Mallorca in spätestens zehn Jahren Europas Golfziel Nr. 1 sein wird. Deshalb wird auch der jetzige Präsident der Federaciòn  Balear de Golf, Pablo Fuster, nicht müde, die Golfplatzbetreiber zu sensibilisieren, ihre Anlagen auf ein hohes Qualitätsniveau zu bringen und diesen Standard auch zu halten, so dass die Spieler aller Handicapklassen auch dann noch eine erlebnisreiche Runde hätten, selbst wenn ihr Spiel nicht gerade überwältigend gewesen wäre.

 

Golfer sind auf Mallorca gern gesehene Gäste, besonders seit die Insel mit allen Mitteln versucht, das Image als Heimat des Billigtourismus abzulegen. Golfer geben nämlich im Durchschnitt acht Mal so viel Geld im Urlaub aus wie die übrigen Touristen. Und solche Gäste sind natürlich überall willkommen.
Auch die Regierung der Balearen klatscht bei allen Werbeaktionen der Golfclubs und der Hotels laut Beifall, aber finanzielle Unterstützung erhalten diese seit Jahren so gut wie keine.

Dieser immer wieder erhobene Vorwurf trifft aber nicht nur auf die Golfclubs und die Vier- und Fünf-Sterne-Hotels zu, sondern alle, die irgendwie vom Tourismus tangiert werden, beklagen die ausbleibende oder sogar Negativwerbung für Mallorca.
Mallorca galt einmal als preiswertes Urlaubsziel. Wenn man jetzt aber in einem einigermaßen akzeptablen Restaurant für ein Hauptgericht gut und gern 15 Euros auf den Tisch legen muss oder in einem einfachen Cafe für einen Cappuccino zwei bis drei Euros berappen muss, dann kann einem leicht der Appetit vergehen. Ganz zu schweigen von den Supermärkten, wo die Besucher aus Deutschland erstaunt feststellen, dass die meisten Waren viel teurer sind als zu Hause. Und wenn dann von offizieller Stelle auch noch so gut wie kein Geld für die Werbung bereitgestellt wird, darf man sich in Regierungskreisen nicht wundern, wenn die Besucherzahlen Jahr für Jahrrückläufig sind.
Diese Tendenz gilt nicht nur für den Normaltouristen, sondern auch für die Golfer aus dem mittleren und nördlichen Teil Europas. Viele von ihnen haben Mallorca den Rücken gekehrt und ziehen das spanische Festland und die portugiesische Algarve, die Türkei oder Tunesien als Ausweichquartier für die heimatliche Winterlandschaft vor.
Dabei hat Mallorca viele interessante Plätze in allen Teilen der Insel vorzuweisen. Derzeit gibt es 14 Clubs mit 17 Plätzen, die allerdings zum Teil nur Hotelgästen oder Aktienbesitzern vorbehalten sind. Die Anlagen sind in ihrem Charakter so verschieden, dass nur schwer eine Rangliste der schönsten Plätze aufgestellt werden kann. Mit nur ganz wenigen Ausnahmen sind sie sehr gut gepflegt, obgleich sie wegen des hohen Wasserverbrauchs im Sommer viel teurer in der Unterhaltung sind als in unseren Breiten. Aber zum Glück gab es auf den Balearen in den letzten Jahren genug Regen, so dass die Reservoirs bis zum Rande gefüllt sind und nicht mehr mit einer Wasserrationierung gerechnet werden muss,
weder in den Hotelbädern noch auf den Golfplätzen, die sowieso nur durch aufbereitetes Brauchwasser bewässert werden.

 

Nachfolgend werden wir eine Golfreise über die Insel machen,
beginnen wir im Südwesten.

 


ANDRATX:

In "al punto", dem Führer durch die Golfplätze Mallorcas, heißt es über die Anlage in dem Nobel-Ort Camp de Mar: "Entweder man liebt ihn - oder man hasst ihn. Ein Dazwischen gibt es nicht."
Hinter dem letzten Satz steht allerdings ein Fragezeichen. Es kommt - wie meist, wenn man einen neuen Platz kennenlernt - darauf an, wie man mit den Tücken, sprich: den Gemeinheiten, die der Golfarchitekt eingebaut hat, fertig wird.


Es besteht kein Zweifel, dass Andratx in die Kategorie "schwer" einzuordnen ist, wie schon der hohe Slope von 134 (Herren) und 131 (Damen) beweist.
David Kiddaus aus dem schottischen Gleneagles hat den Platz in ein enges Tal hineingezaubert. Die Länge von 5 683 bzw. 4 916 Metern haben nur eine nebensächliche Bedeutung, denn die Schwierigkeiten tauchen in hohen Bäumen und in Wasserhindernissen, tückischen Hanglagen und schnellen, welligen Grüns auf, mit denen man konfrontiert wird, wenn man am wenigsten damit rechnet.
Der Architekt konnte sich sogar erlauben, nur relativ wenige Bunker als zusätzliche Schikanen anlegen zu lassen. Sollte man einem wenig geübten Golfer abraten, in Camp de Mar zu spielen?
Antwort: Nein !

Denn er würde versäumen, einen hochinteressanten Platz kennen zu lernen und das wäre schade (Bild links Loch 2). Und wie sieht es mit den mittleren Handicapern aus?
Sie könnten hier ihre Gesellenprüfung ablegen und beweisen, dass sie ihre Strategielektionen gelernt haben. Die größten Probleme dürften wahrscheinlich Spielerinnen und Spieler im niedrigen einstelligen Bereichhaben, denn ein, zwei kleine Fehler können den Score ruinieren.

Clubdirektor Stefan Blöcher, Handicap 4, wird diese These ohne Zögern (und aus eigener leidvoller Erfahrung) bestätigen. Noch einmal ein Zitat aus dem schon erwähnten Golfführer.
Hier wird Loch 13 ("Damned torrent") , ein Par 4, so beschrieben:
Ein nur vom wilden Wahnsinn gebissener Golfer wird versuchen, den verzwickten Wassergraben carry zu queren. Lieber tranquillo in aller Ruhe ranspielen und dann... Denn auch beim Grün lauert der torrente, gepaart mit einigen verzwickten Bunkern."
ls eines der schönsten Löcher auf der Insel bezeichnet der Direktor des Golfclubs Bendinat, Jorge Pando, Loch 18, ein Par 5 von 435 bzw. 378 Metern Länge, das sich um das Dorint-Hotel windet, wo man sich aber ständig von den Gästen auf der Terrasse beobachtet fühlt.
Hier noch ein wohlgemeinter Ratschlag für alle Spieler: Gönnen Sie sich ein Elekrocart. Spätestens am half-way-house vor dem 9. Abschlag werden Sie sich zu diesem Entschluss gratulieren.

 


PONIENTE:

Der von John Harris entworfene, in der Nähe von Magalluf und nur zwölf Kilometer westlich der Hauptstadt Palma gelegene Platz wurde 1978 eingeweiht und hat seinen ländlichen Charakter bis heute unbeeinflusst von der Bauwut der vergangenen Jahrzehnte bewahrt. 

 Er gehört zu den sportlich anspruchsvollsten Plätzen auf der Insel. Nirgendwo stören Hotelburgen oder Bungalowanlagen den Blick auf die Gebirgsketten im Norden.

 

Zahlreiche Pinienhaine und Palmen unterstreichen die ländliche Idylle auf den 18Löchern, die bei Par 72 eine Länge von 6430 Metern für die Herren und 5100 Metern für die Damen aufweisen.

Jede Spielbahn erfordert vor dem Tee-shot genaue taktische Überlegungen, denn überall kann man in eine gefährliche Balllage für den nächsten Schlag kommen. Aber bei cleverem Spiel ist der Platz auch von höheren Handicapern zu bewältigen.

Das 10. Loch, ein Par 4mit einer Länge von 391 bzw. 310 m, Dogleg nach rechts und bewacht von einem der sieben Seen auf der Anlage, gilt als eines der aufregendsten auf der ganzen Insel.

Der Platz ist etwas hügelig, aber gut zu Fuß bespielbar. Wer es sich etwas bequemer machen will, für den stehen genügend Elektrocarts zur Verfügung.

 

 


SANTA PONCA I:

Der Golfclub verfügt über drei Plätze, zwei 18- und eine 9-Lochanlage. Santa Ponca I ist für Greenfee-Spieler offen, während die beiden anderen Plätze den Mitgliedern und Shareholdern und ihren Gästen vorbehalten sind.

Viele ausländische Residenten (in erster Linie Deutsche), die Fincas oder Appartments besitzen, sind hier vor allem in den Wintermonaten in Scharen anzutreffen.
 

Der öffentliche Par 72- Platz, von Falco Nardi entworfen, ist schwerer als die breiten und übersichtlichen Fairways zuerst vermuten lassen. Selbst von den vorderen Abschlägen ist er
noch 6 106 m (Damen 5 241 m) lang und hat einen Slope von 123. Sechs Jahrelang war der Platz Austragungsort der "Balear Open" und alles, was im europäischen Golf Rang und Namen hat, hat hier seine Visitenkarte abgegeben.

Die Professionals mussten sich von den Champion-Abschlägen aus (6 543 m) ganz schön strecken und die zahlreichen Bäume, Wasserhindernisse und Bunker sorgten dafür, dass die Ergebnisse nie weit unter Par lagen. Nach einer guten Runde können die Löcher 16 und 18 den Spielern noch einmal den Angstschweiß auf die Stirn treiben.
Bei der 16, einem Par 4 und Dogleg nach rechts, muss der Drive um eine hohe Baumgruppe lang genug sein, um das Grün mit dem zweiten Schlag angreifen zu können. Aber der breite See davor hat schon zu vielen Ballverlusten beigetragen. Die Gefahr auf der 18. Spielbahn ist das wellige Grün, wo Ballesteros selbst in seiner Glanzzeit einmal einen Vierputter hinnehmen musste. Der Platz ist nahezu eben und kann deshalb auch von weniger durchtrainierten Hobbygolfern ohne große Mühe bewältigt werden.

 

GOLF SANTA PONCA II

ist, wie bereits erwähnt, den Clubmitgliedern vorbehalten. 
Wer jedoch die Möglichkeit hat, eine Runde zu spielen (Mitglieder können in beschränkten Maße Gäste einladen), sollte sich das
nicht entgehen lassen, schon wegen des abschließenden Dreierlochs (140 m für die Herren und 78 m für die Damen), bei dem ein breiter See überwunden werden muss, damit der Ball auf dem Grün landet, das genau die Form der Insel Mallorca.

 

 

 

SANTA PONCA III 

 reizt mit seinen drei Vierer- und sechs Dreierlöchern, das entspricht Längen von 1 599 m für die Herren und 1 332 m für die Damen, keinen "richtigen" Golfer zum Aufteeen. 

Die Grüns sind recht ordentlich und werden auch durch Bunker und Seen verteidigt.

Der Platz dürfte für die Mitglieder, die sowieso allein hier spielberechtigt sind, aber nur dann interessant sein, wenn sie bei ihrem kurzen Spiel Probleme haben.

 

 

 


REAL GOLF DE BENDINAT:

"Königlich" darf sich der Verein deshalb nennen, weil König Juan Carlos hier aufgeteet hat und Ehrenpräsident des Clubs ist. Das Regieren lässt seiner Majestät aber jetzt keine Zeit mehr zum Golfen. Sein übergroßes Portrait wacht aber noch über das Clubhaus.
Die Handschrift des
renomierten Architekten Martin Hawtree kann man bei der Gesamtkonzeption des Platzes erkennen, auch wenn die 18 Löcher in zwei Etappen entstanden; 1995war das ehrgeizige Ziel erreicht. Es war nicht so leicht zu verwirklichen, denn in dem engen Tal nur sieben Kilometer westlich von Palma musste die Strasse nach Illetas einmal untertunnelt und einmal überbrückt werden und auf der zweiten Hälfte geht es sogar unter der Westautobahn hindurch zu den Spielbahnen 11 bis 15. Aber gerade diese sind von besonderem sportlichen Reiz. Mit 5 650 m für die Herren und 4 990 m für die Damen bei Par 70 ist der Course nicht besonders lang, aber überaus trickreich. Also ist auch auf dieser Anlage eine intelligente Spielanlage wichtiger als lange Drives.
 

Schon nach dem ersten Abschlag, der links in einem angrenzenden Bungalowgarten landen oder rechts in eine problematische Rough-Lage rollen kann, zeichnet sich ein bisschen ab, wie die weitere Runde verlaufen kann, wenn die Bälle nicht gerade auf dem Fairway landen. Das nächste Ungemach wartet dann auf der 2 (Bild links), einem 158 bzw. 147 (Damen) Meter langen Par 3, denn der dem Grün vor gelagerte See hat schon so manchen Ball verschluckt und viele Spieler aus den Träumen von einer erfolgreichen Runde gerissen.
Spätestens jetzt sollte man sich überlegen, ob man auch die harmlos wirken den Löcher etwas defensiver angehen sollte. Ausreden, dass ein holperiger Rasen an verunglückten Schlägen schuld sei, gelten nicht, denn die Fairways befinden sich stets in einem super gepflegten Zustand ebenso wie die Grüns.
Ein spielerisches Highlight ist das 18. Loch, eines der beiden Par-5-Löcher der Anlage mit einer Länge von 454 Metern, bei dem man unter den Augen der Besucher auf der Clubterrasse bei der Annäherung noch ein Bach überwinden und zwei Bunker umgehen muss, ehe man hier zum Par, Bogey oder sogar zum Doppel-Bogey (was durchaus keine Schade ist) einlochen kann.
Bei der
Beschreibung des königlichen Golfclubs Bendinat darf nicht vergessen werden zu erwähnen, dass sich der rührige Direktor Jorge Pando und seine Crew auf dem Gelände mit viel Liebe um die Pflege der einheimischen Flora und Fauna kümmern und dass Bendinat deshalb Mitglied der ökologischen Gesellschaft AUDUBON in New York ist. Eigentlich müssten die politischen Grünen auf der Insel, die dem Golfsport im allgemeinen und den Golfplätzen im besonderen ziemlich feindlich gegenüber stehen, mit der Zunge schnalzen. Aber leider können sie offensichtlich ihre ideologischen Scheuklappen nicht ablegen.

 


SON VIDA GOLF:

Auf dieser Anlage, nördlich von Palma, zu Füssen des renommierten gleichnamigen Hotels gelegen, nahm das Golffieber auf Mallorca seinen Anfang. 1964 wurde sie in Betrieb genommen und zählt auch heute noch zu den schönsten auf der Insel.
Dass sie nicht an Altersschwäche leidet, ist Kurt Rossknecht zu verdanken, der die alternden Diva im Jahre 2000 geschickt und umfassend verjüngte. Sie hat dadurch aber nichts von dem Charme der frühen Golfjahre verloren, als die Mandelbäume, Olivenhaine und Palmengruppen noch kleiner waren. Der jetzt für die Herren 5 601 Meter lange Platz mit einem Slope von 130 bei SSS 71 (Damen 4 738 m und 130/70) ist nur
leicht hügelig und kann von Spielerinnen und Spielern aller Altersklassen gut zu Fuß bewältigt werden. 
 


Elektrocarts gibt es aber auch genügend. Die Verjüngung spürt man besonders auf den Fairways, die mit Bermudagras neu eingesät wurden und an den Grüns, die ebenso trickreich wie schnell, aber nicht unfair sind. Am deutlichsten ist das Facelifting auf der 18. Spielbahn zu erkennen, ein Par 5, Dogleg nach links und einer Länge von 470 bzw. 420Metern. Um aber das Grün zu erreichen, müssen ein paar raffiniert angelegte Seen überwunden werden.
Die schwersten Löcher gehen bergauf, die 3 und die11, bei denen man schon eine ordentliche Grundlänge braucht, um das Grünregulär zu erreichen. Dass schwächere Spieler einen Hang zum Masochismus haben müssen, wenn sie auf Son Vida spielen wollen (wie "el punto" meint), ist maßlos übertrieben. Die ersten Löcher sind recht eng und verlangen eher Präzision als Länge, dafür werden auf der zweiten Hälfte auch verzogene

Bälle nicht schwer bestraft. Und wer nicht wegen des faszinierenden Panoramas und des bezaubernden Blicks auf Palma und das Meer auch einmal einen misslungenen Schlag vergessen kann, dem ist einfach nicht zu helfen...

 


SON MUNTANER GOLF:

"Golf bringt Schwung ins Leben und fasziniert immer mehr Menschen!" Recht hat er, der Vorsitzende des Vorstandes der Arabella Hotel Holding, Robert Salzl, und er fährt fort: "Herzstück für diesen Sport ist ein Golfplatz, bei dessen Anblick einem das Herz aufgeht..."

Genau dieser Philosophie ist der Designer der Anlage in Muntaner, der bekannte Golfarchitet Kurt Rossknecht gefolgt, der den Platz so geschickt in die hügelige Landschaft nördlich der Hauptstadt Palma eingefügt hat, dass man meinen könnte, er hätte hier schon seit Jahrzehnten bestanden.
Dabei wurde er erst im März 2000 eingeweiht, sozusagen als jüngerer Bruder des nur wenige hundert Meter entfernt liegenden ältesten Platzes auf der Insel, Son Vida. Nicht zu Unrecht hat Stefan Blöcher, Ex-Hockeynationalspieler und jetzt Direktor der gewiss nicht schlechten Anlage in Camp de Mar, Son
Muntaner auf Platz 1 seiner Rangliste der Golfplätze auf Mallorca gesetzt.
 

Spieler aller Handicap-Klassen erwarten an jedem Abschlag spannende Aufgaben.
Längen wie die Professionals sind nicht unbedingt gefragt, sondern kluge strategische Überlegungen, wobei Single-Handicaper manchmal eher in die versteckten Fallen tappen können als schwächere Spieler, die sich die Schläge auf den Fairways leichter einteilen können. Auf den überaus großen Grüns erwarten den Spieler, der schon am Ziel seiner Wünsche angelangt zu sein glaubt, je nach den wechselnden Fahnenpositionen, weitere Schwierigkeiten. Nur wer Grüns genau zu lesen versteht, schafft es, mit einem oder zwei Putts einzulochen. Als "Mekka der Könner" wird der Platz von anspruchsvollen Spielern bezeichnet, aber auch schwächere Golferinnen und Golfer werden in Son Muntaner Freude beim Spiel haben.
Man kann zwar Carts mieten, doch sind die 18 Löcher auch zu Fuß gut zu bewältigen. 6 036 Meter für die Herren (Slope 130) und 5 205 Meter für die Damen (125) ist der Platz lang, bei dem es schwer fällt, ein besonders interessantes Loch hervorzuheben. Alle 18 sind sehr schön und immer wieder eine echte Herausforderung.
Der Platz hat hat nur einen Schönheitsfehler: Er ist ausschließlich den Gästen der Hotels Son Vida, Arabella und Mardavall vorbehalten.

 


GOLF SON TERMENS:

An diesem Platz dürfte auch der eingefleischteste "Grüne" seine helle Freude haben. Er entstand 1998 in einem unfruchtbaren Tal 10 Kilometer nördlich von Palma in Richtung Valldemosa, wo bekanntlich Frederic Chopin mit George Sand einen schlimmen Winter verbrachte.

Obgleich viele Erdarbeiten notwendig waren, um 18 Löcher in ein mit vielen Bäumen, Sträuchergruppen und mächtige Felsen übersätes Gelände zu bauen, hat die Landschaft ihren wildromantischen Charakter behalten. Es gibt keine Villen und Bungalows, das im mallocinischen Stil erbaute Clubhaus ist das einzige Gebäude auf dem Platz. Es war zweifellos eine architektonische Meisterleistung von der Gruppe Harris und Direktor José Rodriguez so sparsam mit baulichen Veränderungen umzugehen, dass die jeden Naturfreund begeisternde Umwelt in ihrer ganzen Natürlichkeit erhalten geblieben ist.
 

Passionierte Golfer werden diesen Platz bestimmt nicht beim ersten Mal lieben lernen. Dafür hat er zu viele versteckte Hindernisse, die oftmals auch nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind (und schon ist wieder ein Ball auf nimmer wiedersehen verschwunden!).
Aber wie im Leben, so kann eine Liebe auf den zweiten Blick auch dauerhafter sein. Wenn man erst einmal die Schikanen in seinem Spielplan gespeichert hat, macht es immer mehr Freude in Son Termens zu spielen, zumal der Platz auch in der Hochsaison nicht überlaufen ist. Und dann hat man sicher auch Muße, die beeindruckenden Ausblicke in Richtung Palma und Meer zu genießen. Doch auf den Grüns sollte man sich durch nichts ablenken lassen. Sie sind so schnell und teuflisch, dass ein abwärts gespielter Putt aus einem halben Meter Entfernung erst nach drei oder vier Metern zum Halten kommen kann, wenn er das Loch verfehlt hat! Dreiputter sind deshalb keine Seltenheit, zumal alle Grüns kaum erkennbare Slopes haben.


Wenn man den Platz einmal lieb gewonnen hat, übt er eine Faszination aus, der Golferinnen und Golfer anderswo nicht so schnell erliegen.
Zur Statistik: Der Par 70 Platz ist von den normalen Abschlägen für die Herren 5 282 und für die Damen 4 510 Meter lang. Noch ein Tipp: die sportlich nicht voll durchtrainierten Golfer sollten sich den Weg über den Parcour durch Höhen und Niederungen, auch wenn diese nur als mittelschwer eingestuft sind, durch ein Buggy erleichtern.

 



MARRIOT`S SON ANTHEM:

Der Name deutet schon darauf hin, dass die Golfanlage, zweifellos die großzügigste auf der Insel, um das Fünf-Sterne-Hotel angelegt wurde. Zwei 18-Lochplätze und eine Golfakademie bieten alles, was ein Golferherz begehrt.

 

SON ANTHEM Ost

Der ältere Ostplatz wurde 1994 auf einem ehemaligen Jagdgebiet eröffnet, ist von den vorderen Abschlägen 5 913 (CR 71, / Slope 133) bzw. 5007 Meter (73/130) lang.

 Breite Fairways verzeihen auch schon einmal einen ungenauen Schlag. 

Das will aber nicht heißen, dass routinierte Spieler hier ihre Vorgabe lässig verbessern könnten.
Einige Spielbahnen sind sehr lang, die Grüns durch Bunker, Roughs und einige Seen raffiniert verteidigt. Ein häufig vom Meer her wehender Wind macht die erforderlichen präzisen Schläge nicht gerade leichter.
Die Spielbahn 15, ein Par 4 von 378 Metern Länge, gilt als die schwerste auf dem von Francisco Lopez Segales entworfenen Platz. Wer die dichten Büsche auf beiden Seiten vermeiden konnte, kann seinen Ball nur mit einem akkuraten Schlag über das Wasser auf dem schmalen Target-Grün plazieren.

 


 

SON ANTHEM WEST
wurde 2001 eröffnet und als Championship-Course angelegt. Von den weißen Abschlägen ist er 6 325 Meter lang, hat CR 74 und einen Slope von 137, also für Single-Handicaper eine echte Herausforderung. Die Anlage wurde harmonisch in die mallorcinische Landschaft etwa 25 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Palma eingebettet.

Vielen geschützten Tieren kann man hier vor allem in den Morgenstunden begegnen und keine Bebauung stört den Blick auf den Berg Randa. Aber allzu sehr sollten sich Spieler, die einen guten Score ins Clubhaus bringen wollen, nicht von der herrlichen Natur ablenken lassen.

Die Fairways sind eng und jeder verzogene Schlag landet unweigerlich in der steinigem und mit dichtem Buschwerk bewachsenen Begrenzung, meist mit Ballverlust verbunden und schon ist der erhoffte gute Score passee! 

Als das interessanteste Loch gilt unter Experten die 6, ein 384 Meter langes Par 4 mit einem Dogleg nach links und zahlreichen Bunkern rund um das Grün. Handicap 1 hat jedoch das letzte Loch, bei dem man bei
der Annäherung keine Angst vor Wasser haben darf.
Auf allen mallocinischen Plätzen stehen Anfängern und Fortgeschrittenen natürlich erfahrene Golflehrer zur Verfügung, um in das Spiel einzuführen oder Technik und Taktik zu verbessern.
 

Die GOLFAKADEMIE von Son Anthem verdient jedoch besonders erwähnt zu werden. Auf der riesigen Driving-Range können bis zu 200 Spieler gleichzeitig trainieren. Neben drei Übungsgrüns stehen auch ein großzügiges Pitch- und Chipareal mit drei Übungsbunkern plus Zielgrün den Lernwilligen zur Verfügung. Entsprechend groß sind auch die Kursangebote durch mehrsprachige PGA-Golflehrer, bei denen Anfänger Handicap machen und Fortgeschrittene sowie einstellige Spieler alles das lernen können, was Golf zu einem Erlebnis werden lässt.

 


POLLENSA:

In einer Broschüre der "Asociación de Campos de Golf de Balerares" wird die 1986 eröffnete Anlage im Nordwesten der Insel "ohne Zweifel als einer der schönsten Golfplätze Mallorcas" apostrophiert.

Dieser hat zwar nur neun Löcher und eine Länge von bescheidenen 2558 bzw. 2331 Metern bei Par 35, aber diese sind in der Tat sehr abwechselungsreich und keinesfalls leicht zu bewältigen.

Bei schönem Wetter - und auf Mallorca überwiegen die Sonnentage - kann der phantastische Panoramablick auf die Bucht von Pollensa und das Tramuntana-Gebirge leicht vom eigenen Spiel ablenken.
In Pollensa gibt es keine Mitglieder, sondern nur Greenfee-Spieler, so dass der Eigner, der Medienmanager Dr. Kofler, den Platz nach seinen Vorstellungen gestalten kann. 

Er wurde vor zwei Jahren auch renoviert und neu gestaltet.
Auffallend sind die riesigen Bunker auf der Anlage, die Geschäftsführerin Christina Schallock als "waste areas", als "wüste Zonen", bezeichnet, also als Flächen, die keiner besonderen Pflege bedürfen. Zwar wurde zur Bewässerung des Platzes eigens eine 5 km lange Rohrleitung zum städtischen Klärwerk verlegt, um das Brauchwasser auf die Anhöhe zu transportieren, aber mit dem unentbehrlichen Nass will man doch so sparsam wie möglich umgehen. Eine eigene Kläranlage neben der 9. Spielbahn sorgt dafür, dass nur wohlriechendes Wasser auf die Fairways geleitet wird.
Auf dem Platz wird schon bald ein Hotel mit 50 Zimmern gebaut, das dann auch von dieser Investition profitieren kann. "El Gallo Rojo", das Restaurant des Clubhauses, ist jetzt schon eine Geheimadresse, nicht nur für Golfer, sondern auch für Geschäftsleute und Unternehmer aus Pollensa und Alcudia, die hier den schon gelobten Blick in die Ferne kostenlos dazu erhalten.
Das spektakulärste Loch ist die 9 bzw. 18, ein 460 (für Damen 442) Meter langes Par 5. Wer hier mit drei Schlägen auf dem welligen Grün landet, ist schon ein Könner; und wenn er oder sie dann auch noch mit zwei Putts einlocht, ist er oder sie ein Champ...

 


ALCANADA:

Die Anlage wird zwar erst im Herbst 2003 eröffnet, aber wer schon einen neugierigen Blick auf das Gelände geworfen hat, kann sich vorstellen, dass es ein Traumplatz wird.

 

 

Dafür garantieren schon die Namen der Designer, Robert Trent Jones Senior und Junior. Er grenzt unmittelbar an das Meer und gibt überall den Blick frei auf die zauberhafte Insel Alcanada mit ihrem Leuchtturm und den dahinter liegenden Bergen.

Der Platz wird zweifellos eine Bereicherung des Golfangebotes im Norden der Insel bringen und auch die in Palma und Umgebung wohnenden Urlauber zu einer Fahrt quer über Mallorca animieren, zumal sie dabei während der knapp einstündigen Autotour den vielleicht schönsten Teil der Insel kennen lernen können.

 


SON SERVERA:

Der Platz gehört zu den ältesten auf Mallorca. Er wurde schon 1966 eröffnet und hatte damals wie heute nur neun Spielbahnen. Son Servera Golf kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Hätte die Regierung nicht mit einer Finanzspritze nachgeholfen, der Platz hätte schon wenig später wieder schließen müssen.

 

So wurden aber die ersten Schwierigkeiten überwunden und man trug sich sogar mit dem Gedanken, den Platz auf 18 Löcher zu erweitern, denn im Osten der Insel entstanden erst zwei (Capdepera und Canyamel) und dann mit Pula drei attraktive Golfplätze in unmittelbarer Nachbarschaft.
Trotz der Konkurrenz konnte sich die Anlage aber in der Gunst der Golfer behaupten.
Es war nämlich, wie viele Spieler bestätigen, ein "schnuckeliges Plätzchen" mit einer Länge von 2978 bzw. 2527 Metern Länge.

Das sagt nichts über seine Schwierigkeit aus. Enge Fairways erforderten präzise Schläge, denn die rund 2000 Pinien sorgten dafür, dass jeder Slice oder Hook bittere Folgen hatte. Dazu kamen pfeilschnelle Grüns, so dass überdurchschnittliche Scores keinesfalls an der Tagesordnung waren.
Der Club erfreute sich bei ob seiner familiären Atmosphäre allgemeiner Beliebtheit - und dann schlug im November 2001 der Jahrhundert-Tornado zu!
Fast alle Bäume fegte der Sturm hinweg, so dass der Platz jetzt fast nackt wirkt. Vergessen ist deshalb zunächst die Erweiterung auf 18 Löcher, wichtiger sind die Neuanpflanzungen auf dem Kurs und die werden (auch dank der Spenden der Mitglieder) schnell in die Tat umgesetzt. Einige architektonische Korrekturen folgen, beispielsweise auf der 8. Spielbahn, die jetzt zu einem Par 5 erweitert wird und das permanente zeitweilige Wasser durch einen echten See vor dem Grün ersetzt wird.

Noch zwei Pluspunkte dürfen nicht vergessen werden: Es gibt keine Startzeiten, was die Zufallspaarungen fördert, und die Angebote des Restaurants sind ebenso gut wie preisgünstig.

 


VALL D`OR GOLF:

Im Südosten Mallorcas unweit von Felanitx und Porto Colom liegt der Platz vielleicht in einer der schönsten Fleckchen der Insel. Vor allem während der Mandelblüte im Frühling ist schon die Fahrt zur nahen Küste ein Erlebnis. Der Platz, 1985 gebaut und später auf 18 Löcher erweitert, hat zwei unterschiedliche Gesichter.
 

Die ersten neun Löcher sind weitläufig angelegt und schmiegen sich harmonisch in die Landschaft mit ihren Pinienwäldern und den vielen Olivenbäumen. Die Grüns sind hier relativ klein und durch zahlreiche Bunker geschützt, so dass das kurze Spiel darüber entscheidet, mit welchem Zwischenergebnis man die zweiten Neun angeht. 
 

 

 

Die Spielbahnen 10 bis 18 sind recht hügelig, mit tollen Ausblicken auf die zerklüftete Küstenlandschaft, aber sowohl von Anfängern als auch von erfahrenen Golfern können hier zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden.
Es empfiehlt sich, ein Elektrocart zu nehmen wegen der Kondition erfordernden Anstiege und auch wegen der teilweise weiten Wege von den Grüns zu den nächsten Abschlägen.
Apropos Grüns: sie sind teilweise pfeilschnell, so dass man sich zum Lesen der Puttlinie nicht unangemessen viel, aber genügend Zeit lassen sollte. Der Platz ist insgesamt 5 585 m von den Herrenabschlägen (Slope 129) und 4 920 m (126) für die Damen lang.

Übrigens: wer sich auf der Runde nicht verführen ließ, der Landschaft mehr Augenmerk zu schenken als dem eigenen Ball, der kann das Versäumte anschließend von der Veranda des gemütlichen Clubhauses nachholen.

 


PULA GOLF:

Es gibt wohl keinen Platz auf der Insel, der unterschiedlicher beurteilt wird. In einer Broschüre wird er als "Möchtegern-Promispielwiese" bezeichnet, was sich wahrscheinlich darauf bezieht, dass hier schon in den wenigen Jahren seit der Eröffnung 1995 viele bemerkenswerte Turniere von Professionals und Amateuren stattgefunden haben.

 

Olazabal, Langer, Mc Nulty und Suneson spielten 1997 bei den "Skin Games Mallorca", Beckenbauer (1998) und Claudia Schiffer (1999) waren hier Gastgeber bei hochrangigen Turnieren.
In diesem Jahr findet vom 16. bis 19. Oktober in Pula das "Championships Turespana Mallorca Classic" statt, bei dem sich die europäische Golfelite ein Stelldichein geben wird, um Ranglistenpunkte für den Ryder Cup zu sammeln.

 


Bernhard Langer charakterisiert den Platz als "unterhaltsam", was auch immer er damit meinte. Olazabal behauptete sogar, er gehöre zu den 20 besten in Spanien. 
In einem Test des auf der Insel erscheinenden deutschsprachigen "Mallorca Magazin" setzt in Stefan Blöcher ihn nur auf den 14. Rang.
Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Beurteilungen, nicht nur durch Experten, sondern genau so von Greenfee-Spielern aller Handicapklassen?
Vielleicht liegt es an den zu ehrgeizigen Plänen des Besitzers der Anlage, Romeo Salas. Permanent wurde die von dem Unternehmen D.G.I. unter Anleitung und Beratung der PGA-Europe entwickelten Anlage umgebaut.
 



Die Folge: Der Platz präsentiert sich als eine große Baustelle, was bestimmt nicht zu einer Steigerung der Spielfreude führt. Was noch schwerer wirkt ist, dass dabei offensichtlich vergessen wurde, die Spielbahnen mit Pflanzen, Bäumen und Sträuchern zu verschönern. Hier muss noch viel getan werden bis Pula im Herbst in das Fadenkreuz des europäischen Golfinteresses gerät.
Die Greens sind auf dem mit 6208 Metern von den weißen Abschlägen und Par 70 längsten Platz Mallorcas schon jetzt in sehr gutem Zustand. Manche Löcher sind sehr schwer, beispielsweise die 8, das für die Herren 421 und für die Damen 355 Meter lange Par 4, bei dem die Wasserhindernisse bei einem nicht ganz präzisen Schlag unweigerlich den Ball verschlucken.

Aber auch bei einem gelungenen Abschlag warten noch einige Schwierigkeiten in Form eines Doglegs nach links bei einem nach rechts hängenden Fairway und auch das Grün verlangt neben Können auch ein bisschen Glück. Einige Löcher haben einen ähnlichen Schwierigkeitsgrad wie die 8. Spielbahn, während andere selbst von wenig geübten Golferinnen und Golfern ohne große Probleme bewältigt werden können, vor allem die relativ kurzen Dreierlöcher.
Man darf gespannt sein, ob es dem Management gelingt, die Anlage in diesem Jahr auch in der mallorcinischen Rangliste nach oben zu führen. Das Design spricht dafür, aber insgesamt muss noch viel verbessert werden. Abstimmen darüber werden die Greenfee-Spieler.

 

CANYAMEL GOLF:

Wenn die PGA-Europe einem Platz seinen Segen gibt, dann muss es sich schon um eine Topanlage handeln. Um es vorweg zu nehmen: Canyamel hat diese Lorbeeren verdient.

José Gancedo, der den Platz 1988 gestaltete, beschriebt seine Intentionen in der Club-Broschüre so: "Mein Hauptziel bei Planung und Entwurf war es, die Ursprünglichkeit Mallorcas so wenig wie möglich zu stören.
Die wunderschöne Landschaft, in die der Golfplatz eingefügt wurde, sollte so weit es ging erhalten bleiben.." Vor allem die Vegetation sollte geschützt werden und so blieben auch die hundertjährigen Palmen und die Feigenbäume ebenso erhalten, wie Mandel- und Olivenbäume und unzählige Sträucher. Ein Grund dafür war, dass kaum Erdarbeiten durchgeführt wurden, lediglich Tees, Bunker und Grüns wurden angelegt. Die sportliche Qualität der Anlage hat darunter nicht gelitten. Im Gegenteil.
 

Canymel gehört zu den schwierigsten Plätzen der Insel mit zwei unterschiedlichen Gesichtern. Auf den ersten neun Löchern geht es auf und ab wie auf einer Achterbahn, während die Spielbahnen auf der zweiten Hälfte völlig eben sind. So sind auch im ersten Teil der Runde präzise Spieler im Vorteil, während sich im zweiten Teil die Longhiter austoben können. Nur wer beide Eigenschaften verbindet, kann mit einem guten Score rechnen. Aber Spaß macht das Golfen auf allen Bahnen, die zusammen 6 210 m für die Herren (Slope 128) und 5 412 m (125) für die Damen lang sind.
Der erste Leistungstest wird schon am 2. Loch verlangt, einem Par 4, das bergauf führt und dazu noch 365 bzw. 335 m lang ist.
Um das Grün zu erreichen, muss noch ein übergroßer Bunker überwunden werden. Aber vor der Annäherung sollte man sich vergewissern, wo die Fahne auf diesen dreistufigen Green steckt. Wenn man nämlich von oben putten muss, kann sich der Ball leicht wieder vom Grün verabschieden. 

 

Die höchste Stelle des Platzes ist auf dem 5. Abschlag erreicht, von wo man einen unvergesslichen Blick auf die Küste der Cala Ratjada hat und an klaren Tagen sogar die Nachbarinsel Menorca sehen kann.
Dieses nur knapp hundert Meter Lange Par 3 hat aber schon manchen Golfer zur Verzweiflung gebracht, denn es geht steil abwärts und das Grün hängt nach links und wer zwischen den Bunkern rechts und links nicht genau die "Einflugschneise" trifft, der dürfte in großen Trouble geraten. Weiter geht es mit viel Spielwitz erfordernden Löchern, ehe man sich nach der schwierigen 9 einen stolzen oder tröstenden Schluck auf das bisherige Spiel
gönnen kann. Die zweiten Neun sind dann nicht so aufregend, dafür aber erholsamer, womit nicht gemeint ist, dass diese Löcher langweilig wären.
Canyamel ist vom ersten Abschlag bis zum letzten Einlochen eine Herausforderung für jede Golferin und jeden Golfer.

 

CAPDEPERA GOLF:

Der Platz im Nordosten der Insel liegt genau dort, wo Mallorca am schönsten ist. Das jedenfalls meinen die einheimischen Golfer und in den Buchten von Canyamel und Cala Mesquita spielt man auf historischem Boden, vorbei an den Resten eines Dorfes aus der Steinzeit und einem mittelalterliche Piratenwachturm, die an die fünftausendjährige Geschichte Mallorcas erinnern.

Aber dafür haben die Spieler sicher keinen Blick, denn sie sind ständig mit golferischen Hausausforderungen konfrontiert, die der aus Pinehurst in North Carolinsa stammende Architekt Dan Maples 1989 - mal offensichtlich, mal versteckt - in den Course eingebaut hat. Sind es auf den ersten 12 Löchern die Seen, die alten Steinmauern und die an den strategisch wichtigen Stellen erhaltenen gebliebenen alten Bäume, so geht es im letzten Drittel ins Gebirge mit schmalen Fairways und aufregenden Grüns, auf denen jeder ungenaue Schlag unbarmherzig bestraft wird, meist mit Ballverlust.

Wer also auf den ersten 12 Löchern mit seiner Leistung zufrieden war, sollte vom 13. Abschlag an nicht zu viel riskieren, um einen guten Score ins Clubhaus zu retten.

 

Auf dem 15. Abschlag, dem höchsten auf dem Platz, einem 147 bzw. 102 Meter langen Par 3, muss man sich eine Minute Zeit nehmen, um den zauberhaften Blick auf den Platz zu Füssen der Spieler und die zerklüftete Landschaft bis hinunter zum Meer zu genießen, ehe man sich wieder auf sein Spiel konzentriert.

Das 18. Loch kann die Runde mit einem "Himmel hoch jauchzend" oder "zu Tode betrübt" beenden. Es ist mit 428 m für die Herren und 347 m für die Damen für ein Par 5 nicht gerade lang.

Aber zunächst muss mit dem Abschlag eine breite und tiefe Schlucht überwunden werden. Hier ist mentale Stärke gefragt!

Da der Wind meist von hinten bläst, haben auch mittelmäßige Spielerinnen und Spieler die Chance, mit dem zweiten Schlag

das Grün zu erreichen und mit einem Birdie den Beifall der meist zahlreichen Zuschauer auf der Clubterrasse zu ernten. Und gelingt sogar ein Eagle, wird man noch lange von Capdepera und Mallorca träumen...

 

 

LA RESERVA ROTANA GOLF:

Der Vollständigkeit halber soll auch dieser Privatplatz (9 Löcher) nahe Manacor erwähnt werden, der den Gästen des gleichnamigen Landhotels vorbehalten ist. Wer mehr Wert auf Hotelkomfort legt als auf Golf, ist hier gut aufgehoben.

Wird Mallorca in ein paar Jahren tatsächlich das Florida Europas, wie es sich die die Besitzer der Golfplätze und der Hotels des gehobenen Standards erhoffen?
Ihr Chronist kennt die Insel seit über 20 Jahren und ist bei jedem Besuch immer wieder begeistert von ihrer Schönheit. Auch "Ballermann 6" ändert daran nichts, denn wer nur dort Urlaub macht - und es gibt einige "Ballermanns" an der Küste - erfährt rein gar nichts von dem immer wieder wechselnden Charakter der Landschaft zwischen Andratx und Cap Formentor.

Ein paar kritische Bemerkungen müssen jedoch erlaubt sein. Die Regierung der Balearen will schon seit Jahren weg von dem Image der Insel als touristisches Billigland. Sie ist auf dem besten Wege dazu, aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Denn - vor allem seit Einführung des Euro - sind die Lebenshaltungskosten in kaum vorstellbare Höhen geklettert, so dass die als typische Mallorca-Urlauber geltenden Pauschaltouristen sich eine Reise hierher bald kaum noch leisten können.
Auch die bekanntlich großzügiger lebenden Golfer werden sich bald überlegen, ob sie bereit sind, die immer teurer werdenden Greenfees zu bezahlen.
Wenn ein Ehepaar für eine Runde in Camp de Mar 2 x 70 Euro + 40 Euro für den unbedingt erforderlichen Buggy auf den Tisch des Hauses legen muss (= 180 Euro), kann man sich bei aller Golfbegeisterung schon einmal Gedanken darüber machen, ob die nächste Reise nicht nach Tunesien oder in die Türkei gehen soll.

Selbst die Gäste der Son Vida Hotels müssen auf dem hoteleigenen Platz Son Muntaner 66 Euro (Golfcar 24 Euro) zahlen und wenn sie einen nicht in einem der drei Hotels wohnenden Spieler mitbringen wollen, muss dieser 90 Euro entrichten.
65 bis 75 Euro Greenfee sind auf den 18-Loch-Anlagen das Minimum. Die Pflege fast aller Plätze lässt nichts zu wünschen übrig. Aber ob hier das Preis-Leistungsverhältnis noch stimmt?

Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass nur etwas über zehn Prozent der Mallorca besuchenden Golfer das normale Greenfee zahlen müssen. Viele Hotels haben mit den Clubs Reduktionen für ihre Gäste ausgehandelt.
Auch die Clubs selbst gewähren unterschiedliche Sonderkonditionen. So kostet beispielsweise eine Sechserkarte in Vall d`Or, die binnen 6 Tagen abgespielt sein muss, mit 336 Euro fast die Hälfte des normalen Greenfees von 66 Euro.
In Pula kann man für 1500 Euro eine Jahresmitgliedschaft erwerben (2650 Euro für das zweite Familienmitglied) oder drei Monate (je nach Saison) für 500 (November bis Januar) bis 1080 Euro (Februar bis April) Golfen.
Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte man bei den Reiseveranstaltern oder im Internet herausfinden, wie und wo das Golfen nicht nur Spass macht, sondern auch noch zu bezahlen ist.

Fotos Copyright:Harl Heinz Hattemer
und Tourismusbüro Mallorca, Golfpätze